Ein Mann und das Buch der Bücher

A.J. Jacobs, seines Zeichens Redakteur beim Esquire, jüdischer Agnostiker, Familienvater und Autor des Bestsellers „Brittanica & ich“ wagt erneut einen Selbstversuch. Ein ganzes Jahr lang will er, der bisher um die Bibel einen grossen Bogen machte, bibeltreu leben.

Meterweise schleppt er Bibeln aller Ausrichtungen an und lässt sich bei deren Auslegung von Geistlichen der verschiedensten Richtungen beraten, Jacobs trifft Kreationisten, chassidische Juden, fundamentalistische Christen, Zeugen Jehovas und viele mehr. Er lässt sich einen Bart wachsen, kleidet sich in weisse Gewänder, teilt seinen Zehnten mit Bedürftigen und sozialen Institutionen und vermeidet während und bis sieben Tage nach ihrer Menstruation jeglichen Körperkontakt mit seiner Frau Julie. Was sogleich die Einhaltung des Gebots „liebet und vermehret euch“ erschwert; eine der vielen Herausforderungen, denen sich Jacobs in diesem Jahr stellt.

Er begrüsst jeden neuen Monat mit einem Fanfarenstoss in ein Widderhorn und bepinselt beim Pessachfest die Türpfosten mit Bratensaft. Ein Glück, ist der Verkauf von Lammblut in den USA verboten, meint Julie. Ansonsten würde wohl der Hund der Nachbarin durchdrehen….

Was er in diesem Jahr erlebt und wie sein Umfeld, allen voran Julie, darauf reagiert, ist in diesem Buch nachzulesen. Und wenn er am Ende seines biblischen Jahres auch nicht gläubig , so ist er doch um einiges klüger und toleranter gegenüber seinen Mitmenschen geworden.

Fazit: Das Buch strotzt nur so vor Situationskomik und Herzenswärme. Ein Mix, dem ich bisher nur selten in Büchern begegnen durfte. Ich kann es allen empfehlen, Gläubigen und Ungläubigen

Weitere Details zu diesem Buch gibt es hier

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Vorsicht! Lesen ist ansteckend…..

Wer schon länger bei Elfbox mitliest, weiss von meiner Begeisterung für „Die Monkey Wrench Gang“.  Sie blieb nicht folgenlos. Drei Mitglieder der Lesegruppe „die üblichen Verdächtigen“ aus dem Lande Lovelybooks haben sich der Gang ebenfalls an die Fersen geheftet. Lest selber, was dabei rausgekommen ist,

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Weltverbesserer mit Schraubenschlüssel

Da können die üblichen Verdächtigen nicht widerstehen.
Die Elfe war hingerissen, jetzt sind Rallus , Bri und Thursday dran. Eine Gemeinschaftsrezi von Rallus und Thursdaynext mit freundlicher Unterstützung von Bri.

„Jessas, dachte sie, krimineller Anarchismus muss ja eine langweilige Arbeit sein“ Nicht mit der Monkey Wrench Gang.
 Bei dieser ökoanarchistischen, aussergewöhnlichen, zutiefst amerikanischen 70er Jahre Bonnie und Clyde Geschichte mit absoluter Aktualität gilt :
“ Nur die Harten kommen in den Garten“ Im tiefsten Südwesten Amerikas nahe der Staatsgrenzen von Utah und Arizona steht ein Monument des Unfriedens.
Unfriedens für alle die die freie Natur lieben, die reine Luft und den wildfliessenden Fluss.
 Das Übel ist der Glen-Canyon Dam eine Staumauer die den Colorado River anstaut und den Lake Powell zum zweitgrößten Stausee der USA macht.
 Bei einer Touristenfahrt im unteren Colorado River treffen sich unsere 4 Freunde und eine Idee wird geboren, welche, pragmatisch amerikanisch eben, sogleich in Aktion mündet.
 Bewaffnet mit einer inneren Wut, einem Drang der Natur ihrem Recht zu verhelfen machen sich die 4 Idealisten auf den Weg die amerikanischen kapitalistischen Naturzerstörer aufzuhalten. 
Dabei darf aber NIEMALS ein Mensch zu Schaden kommen, soviel Umsicht muss sein! Wichtigstes Werkzeug hierzu, abgesehen von vier unterschiedlichen Motiven, die sich in einer gemeinsame Überzeugung der gezielten Sabotage wiederfinden: der Universalschraubenschlüssel und viel Sand!
 Mit diesen bewaffnet versucht die Gang den Lauf der Dinge umzudrehen und auch ein wenig ihre eigenen Problemen zu entfliehen. 
Gewaltfrei und effektiv zu bleiben ist dabei gar nicht so einfach, besonders mit einem vietkongerfahrenen Waffennarren.
Zweifel am Tun bleiben da nicht aus. „In der Stille der Wüste, unter einem sternenübersäten Himmel, der von den ersten Strahlen einer schnell ziehenden Sonne gefärbt wurde, starrten sie  –  drei kleine,  schwache, ängstliche Sterbliche  –  einander an.  Noch immer Zeit, dachte sie, noch – immer Zeit dachten sie alle. ….. 
Noch immer Zeit für nüchterne Gedanken, für Ordnung,  Schicklichkeit,  gesunden Menschenverstand;   für alles was gut und sicher und anständig ist, um Himmels willen!“  Gerade die bunte Mischung amerikanischer Charaktere ihre Überspitzung und die umwerfende Komik machen den besonderen Charme dieses Buches aus.
 Die Hauptfiguren entwickeln sich paralell zur Geschichte mit ihr und wer gute Dialoge und teils derben Witz zu schätzen weiß wird sie ebenso lieben lernen wie wir. Bonnie Abbzug,  die einzige Frau der Gang hat es auch nicht immer leicht. 
“ Ein Mann allein kann ja manchmal ziemlich blöd sein,  aber was die richtige,  waschechte Dummheit betrifft,  da ist wohl die Arbeit im Team unschlagbar“. „Die Hoffnung sprudelt ewiglich – in männlichen Keimdrüsen“, davon sind auch Seldom See Smith – abgeleitet von seinem seltenen Auftauchen bei seinen drei Ehefrauen und bekennender R-Mormone – und Hayduke betroffen. Die männlichen Träume von Doc ähneln Crumbs Frauenbild und Hayduke erscheint als eine Mischung aus Bukowski und Crumb, mit seinem tierischen Trieb und dem glorifizierten Alkoholismus.
Bonnie kommt mit ihren männlichen Gang-Kollegen dennoch bestens zurecht, weiß sie zu nehmen….. Man spürt und atmet die Liebe des Autors zu dieser ganz besonderen Flora und Fauna die er mit viel Sachkenntnis dergestalt beschreibt, dass man sich in die Wüste hineinversetzt fühlt.
Man atmet die Luft, spürt die Hitze,den Duft des Salbeis und kreist wie ein philosophischer Geier über dem Geschehen, so wie es die Geier des Canyon zuweilen bei der Arbeit der Gang tun.  Seine Figuren – selbst die Gegenspieler wie Bischof Love (!)  –  agieren aus purer Leidenschaft und weil sie von ihrem Tun überzeugt sind. 
Abbey läßt uns an dem Innenleben seiner Figuren teilhaben und so entsteht ein plastisches Bild auch des Amerikas der 70er Jahre.  
Fast überzeichnet er die Darstellung all der Maschinen,  des Fuhrparkes die in den „Genuss“ des Universalschlüssels kommen und danach ächzend, schnaufend und zitternd ihr Leben aushauchen, die Kolben verschmelzen und wie in einem Herzinfarkt auf den Boden sinken.
 Komplementiert wird die Gang durch die  (leider zu wenigen)  Zeichnungen des Untergrundzeichners Robert Crumb,  mit dem Abbey eng zusammen gearbeitet hat.  Ein durch und durch amerikanisches Buch was zu Recht nach seinem Erscheinen 1975 zum Kultbuch wurde, aber in den vielen Jahren nicht an Aktualität eingebüßt hat. 
Volle Punktzahl, beim Lesen ist dann doch öfters die Faust nach oben ausgerutscht: „YIAAAHHHH“ und der Drang mitzusabotieren wurde nur von der fesselnden Lektüre behindert die gegen Ende keinen Lesestopp mehr zuließ. Wie schon Günter Eich sagte: „Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
 Seid mißtrauisch gegen ihre Macht,
 die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
 Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, 
wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
 Tut das Unnütze, singt die Lieder,
 die man aus eurem Mund nicht erwartet!
 Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt“  Ein Buch welches unsere Herzen gefüllt hat!

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Scheint, als hätten thursdaynext, Rallus und Bri genau so viel Spass mit der Gang gehabt wie ich. Nun ja, ich habe nichts anderes erwartet…..

Milena Moser und die Träume der Blondinen

Wer schon etwas länger bei Elfbox reinspickt, mag sich vielleicht an meine Lobeshymne auf Milena Moser’s neuesten Wurf „Montagsmenschen“ erinnern. Wer weiss schon, ob gerade diese Hymne thursdaynext zu einem etwas älteren Roman aus Moser’s Schreibstube hat greifen lassen.  Auf jeden Fall war ich mir ziemlich sicher, dass sie ihren Spass daran haben wird. Denn ich kenne sowohl den Roman  als auch thursdaynext’s literarisches Beuteschema. Schön, dass sie ihr Leseerlebnis mit uns teilt.

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Blondinenträume, nur der Titel suggeriert ein klassisch, leichtes Frauenbuch, tatsächlich ist es eine intelligente Gesellschaftssatire, wurde bereits 1994 veröffentlicht, was bedeutet , dass die in der Sozialsiedlung wohnenden Frauen und Kinder noch nicht völlig von den einschlägigen Privatsendern verdummbeutelt wurden. Stattdessen wird noch Tageszeitung, von verzweifelten Frauen auch gerne die Hilfe Kolumne von Frau Donata gelesen.
Deren Ratschläge um den Mann bei Laune und Stange zu halten gestalten sich wie folgt:
„Drei Dinge braucht der Mann: frischgepressten Orangensaft, oralen Sex und ungeteilte Bewunderung.“ Etliche Frauen in Blondinenträume scheinen diesen Ratschlag nicht beherzigt zu haben. Sie sind ohne Mann, alleinerziehend und der Männermangel ist ihr Hauptmakel, denn glücklich ohne ein männliches Pendant können sie nicht sein. Jene welche ihren Göttergatten noch besitzen empfinden sich als priviligiert, auch wenn er nur jammert und kränkelt, säuft oder schlägt und schauen auf die unbemannten „Versagerinnen“ die „selbst schuld sind“ herunter.

Lotti, alkoholabhängig, lebensweise mit Psychoballast im Gepäck,  kümmert sich als Tagesmutter um die Kinder der „Versagerinnen“. Da taucht ein Mann im sozialen Wohnungsbau auf. Alleinerziehend, glückverheissend, nur von Frau Lotti kritisch beäugt …

Milena Moser beschreibt humorvoll, bösartig , aber immer augenzwinkernd und nie verletzend, detailliert bis zu den aussagekräftigen Klamotten, das Leben und Denken der Frauen und lüftet den Vorhang. Leidet man als Leserin anfangs unter deren grenzenloser Naivität und Dummheit, erfährt man doch die Hintergründe und den Ursprung derselben und beginnt die Figuren mit all ihren Macken liebzugewinnen. Ausnahme der MANN. Den wiederum schnappt sich Frau Lotti und benutzt ihn um das Leben ihrer xy Chromosom abhängigen Geschlechtsgenossinen zu verbessern.
Wie sie das bewerkstelligt? Lest selbst. Es lohnt sich. Mich hat das Buch, mit seinem feinen hintersinnigen Humor, mehr Verständnis für vermeintlich minderbemittelte Geschlechtsgenossinen gelehrt.
Und immer dran denken: Männer machen nur auf Augenhöhe Spass!

thursdaynext

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Mir wurde das Buch vor Jahren von der besenschwingenden, zwergepflegenden und auch sonst ganz wunderbaren Katharina Zaugg empfohlen. Das elfsche Fazit betreffend die Blondinenträume lautet somit: Danke, Milena Moser! Danke, thursdaynext! Danke Katharina Zaugg.

Für weitere Infos zu diesem Titel geht es hier lang. 

Konkurrenz für die Queen der Tragikkomödie

Vorab: Mit Yoga habe ich nichts am Hut. Vor der Lektüre der Montagsmenschen nicht und auch danach nicht. Das aber hat dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch getan. Mit den Montagsmenschen hat Milena Moser bei mir voll ins Schwarze getroffen. Ihr Schreibstil erinnert mich stark an Marian Keyes, meine ganz persönliche Queen der Tragikkomödie.  Aber erst einmal zum Inhalt: Milena Moser rückt dem Montagskurs der Yoga-Lehrerin, Nevada, zu Leibe. Nevada, vegan, diszipliniert und überzeugt davon, dass sie ihre Schüler und Schülerinnen nur dann optimal betreuen kann, wenn sie selber die Stärke in Person ist, schwächelt. Ihr seit Kindheit gestählter – oder auch geplagter – Körper will einfach nicht mehr.

Nevada und ihre Schülerinnen und Schüler lernen wir nicht nur kennen sondern sie scheinen tatsächlich aus dem Buch zu klettern und sich breit zu machen. Da ist Marie. Ärztin und im wahren (Montagsmenschen-)Leben die zweite Ehefrau eines Soap-Stars auf absteigendem Ast. Sie ist sich nicht mehr sicher, ob Gion wirklich eine gute Wahl war. Ganz abgesehen davon verhält sich seine pubertierende Tochter ganz einfach grässlich. Da ist Poppy, gescheiterte Ehefrau und Mutter zweiter Söhne, die bei ihrem Ex-Mann leben. Scheinbar glasklar eine Rabenmutter. Dass sie beruflich auf einem Abstellgleis steht, macht ihr Leben nicht wirklich runder. Und da ist Ted, Grundschullehrer und Wochenend-Papa, der von der Mutter seiner kleinen Prinzessin mal eben vor die Tatsache gestellt wird, dass sie beruflich ins Ausland geht und ihm gnädigst die Tochter überlässt.

Milena Moser schreibt herrlich unterhaltsam und ist doch nicht einfach nur unterhaltend. Sie kriegt den Kunstgriff hin, dass ihre Protagonisten ans Herz wachsen. Sie kriegt es hin, dass ich langsam lese um bloss nicht das kleinste Fitzelchen zu verpassen. Und sie kriegt es hin, dass Marian Keyes ein klein wenig zur Seite rücken muss um Platz zu machen für eine zweite Queen der Tragikkomödie. In einem Radiointerview hat Milena Moser gesagt, dass eine der Protagonistinnen sie noch nicht losgelassen hat. Dass aus ihr vielleicht eine weitere Geschichte gesponnen wird. Also bitte, spinnen Sie weiter, Milena Moser. Ich warte; nicht geduldig, aber ich warte!

Fazit: Lesen!

Dieser Titel wird von Nagel u & Kimche verlegt. Für nähere Informationen zu „Montagsmenschen“ geht es hier lang  . Das Buch wurde über “Blogg dein Buch” zur Verfügung gestellt. Wer sich die Montagsmenschen auf Amazon anschauen will, findet es hier  Ich persönlich empfehle natürlich immer den Gang in eine Buchhandlung mit Buchhändlerinnen aus Fleisch und Blut.

„Ja, bin ich denn der Leo?“ von Herbert Knappstein

Ach, du dicker Vatta, jetzt kommse auch noch mit mim Wörterbuch umme Ecke….. Woll – ein Wort erobert die Welt Eigentlich ist „Woll“ eher ein Wörtchen – ein kleines Wörtchen nur, aber mit einer immensen Bedeutung für die Menschen die es tagtäglich gebrauchen. Unbewusst, zu jeder Tageszeit und Gelegenheit passend. WOLL ist Sauerland – und das Sauerland hat seine eigene Sprache die uns der kleine aber feine Woll- Verlag mit „Ja, bin ich denn der Leo“ ans hochdeutsche Herz legt. Wenn der Sohnemann „auf seinem Fiffi mit Foffo durchs Geplänte pehst, dat eim de Sprickeln umme Ohren fliegen“ – wer bei solchen Aussagen aus dem Mund eines Sauerländers nur verständnislos den Kopf schüttelt, der sollte sich mit der Alltagssprache des Sauerlandes, die manchmal recht deftig aber immer direkt ist, beschäftigen. In dieser lebendigen Sprachkultur haben auch Begriffe aus dem nachbarlichen westfälischen Ruhrgebiet und solche aus dem Münsterland Pate gestanden. Außerdem finden wir Begriffe aus dem Jiddischen, der Gaunersprache und der modernen Jugendsprache wieder.

Wunderbare Fotografien setzen einige Worte besonders in Szene – da werden „Käsemauken“ und „Krawentzmann“ zum eindrucksvollen Hingucker. Dieses Sauerländer Wörterbuch zeigt die unglaubliche Fülle dieses speziellen Sauerländer Wortschatzes, wann und warum der Sauerländer an sich überhaupt WOLL sagt und – ach du dicker Vatter, dann kommse auch noch mit de Grammatik umme Ecke! Ja, der Sauerländer hat seine ureigene Grammatik die dem Imperfekt sehr abgeneigt ist, Verben mal endlich in eine sinnvolle Verlaufsform bringt und den zweiten Fall als quasi nicht existent betrachtet. Während es im Rest der Welt stark regnet, ist es im Sauerland schlichtweg „am plästern“. Und wer denkt, dass unsere deutsche Sprache arm an Schimpfwörtern sei…. Der fahre mal ins Sauerland – er wird eines besseren belehrt, wie uns der große Schimpfwörterteil, den dieses originelle Buch ebenfalls mitbringt, wortstark beweist. Auch die gängigen Redewendungen für jede Gelegenheit bringen Klarheit und können bei einem Aufenthalt im Sauerland gar als Verständigungshilfe dienen. Dieses Buch ist kein Nachschlagewerk des Hoch- oder Schriftdeutschen. Es ist auch kein Lexikon des „Sauerländer- Platts“, sondern bringt uns auf höchst unterhaltsame und kurzweilige Weise, in bester Wörterbuchmanier, die Alltagssprache im Sauerland näher. Jene Sprache, die diese Region so Liebens- und lebenswert macht. „Ja, bin ich denn der Leo“ – eine Liebeserklärung an die Heimat, ein „Rettungsschirm regionaler Sprachkultur“ (wie ein Leser betonte) und nicht zuletzt eine Hommage an die eigene Alltagssprache. Der Vorläufer dieses Buches – ein Poster mit den beliebtesten Sauerländer-Wörtern, die in einer großen Umfrage ermittelt wurden, hat mittlerweile Fans auf der ganzen Welt.

FAZIT: Woll – ein Wort und ein Buch auf dem Weg zum Kult!

Für weitere Infos zu diesem Prunkstück geht es hier lang. 

Elfe an Storch…..

Da will man nur mal wieder einen Cappuccino in bibliomaner Umgebung geniessen und schon kriegt man von der Lieblingsbuchdealerin wieder Inspirationen vorgesetzt…..

Vergesst sie, die Söckchen und Mützchen und Plüschbärchen als Mitbringsel zur ersten Baby-Besichtigung. Viel besser ist dieses Bilderbuch, das den Mamis und Papis auf hinreissende Art und Weise nahe bringt, warum ihre Minis – und sie selbst – Bücher brauchen. Eigentlich sollte der Storch  das Buch standardmässig gleich mitliefern…

Für weitere Infos zu diesem Titel geht es hier lang.  

Dunkle Tannen und grüne Wiesen im Sonnenschein….

Ein unerwarteter Lesespass.

Aus dem Klappentext:

Heidi, Deine Welt sind … die Zombies

Vorbei die Zeiten, in denen dunkle Tannen und grüne Wiesen im Sonnenschein die heile Welt von Heidi waren! Nun verbreitet sich ein Virus in der Idylle der schönen Alpenwelt. Menschen werden zu Zombies, die besonders gern in den abgeschiedenen Bergdörfern ihr Unwesen treiben. Und so muss Heidi erfahren, dass ihre Mutter Adelheid gar nicht tot ist, sondern als Vampir auf nächtliche Streifzüge geht! Beherzt greift Heidi zum Pflock und befreit mit Hilfe des Großvaters Almöhi die Untote von der Unsterblichkeit. Doch es gibt jemanden, dem das gar nicht gefällt: Marus, dem Blutsauger. Er war es, der sich Adelheid einst mit einem Biss gesichert hat und den es nun nach Rache dürstet für seinen Verlust. Und wenn er die Mutter schon nicht bekommen kann, dann doch vielleicht das Kind …

Die beliebteste Kinderbuch-Figur aller Zeiten trifft auf die trendigsten Wesen der Fantasy.

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Vorfrühling; der beste Ehemann von allen erblickt das Alpendrama beim gemeinsamen Sonntagsbrunch in der Lieblingsbuchhandlung und bestimmt es sogleich als Geschenk für seine Angebetete. Meine Begeisterung nach einem Blick darauf hält sich in Grenzen – das mit dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul ist in einer gefestigten Beziehung fehl am Platz – und so kommt es, dass er sich das Heidi eben selber schenkt. Originell, denkt sich da die Elfe; denn der besagte beste Ehemann mag Bücher nicht wirklich….

Zeitsprung.

Frühling; ein verlängertes Wochenende mit dem Wohnmobil. Morgens, halb neun, weckt mich nicht etwa ein Frühstückchen; nein, es weckt mich ein laut lachender Ehemann. In den Händen hält er die Heidi, aus seinem Mund purzelt ein „das MUSST du lesen!“.

Zeitsprung.

Sommer; Packen für die grosse Reise mit dem Wohnmobil. Ja, auch das Heidi muss mit. Ich MUSS es ja unbedingt noch lesen. Der beste Ehemann von allen liegt mir ganz nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ damit in den Ohren. Na dann also bringe ich es hinter mich. Es sind schliesslich Ferien und da hat man auch mal etwas Zeit zu verschenken… Also lese ich….

Ich erspare euch hier die Einzelheiten. Nur so viel: Solltet ihr am Strand in Korsika eine kichernde Elfe gesehen haben, war das ich. Denn „Heidi und die Monster“ ist eine herrlich absurde Geschichte. Ob der Geissenpeter, die Klara oder der Alpöhi; sie alle sind mit an Bord. Ein monstermässiger Spass.

Fazit: Nicht wehren; lesen und mitkichern!

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