Justin Cronin – Die Zwölf

Die gelesenen und noch nicht rezensierten Bücher stapeln sich. Die noch ungelesenen auch. Ein Kurswechsel ist nötig. Künftig wird hier deshalb nicht mehr ausführlich über Inhalte geschrieben. Vielmehr wird einfach Fazit gezogen. Das aber wie gewohnt absolut subjektiv und ehrlich.

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Den Anfang macht „Die Zwölf“ von Justin Cronin. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, um was es bei Cronin’s epischer Trilogie geht, empfiehlt sich ein Blick auf die Besprechung des ersten Bandes „Der Übergang“.

36265032z-1Alles beginnt im Jahre Null. Die Anlehnung an die Bibel ist offensichtlich. Mehr zu Autor und Inhalt gibt es auf der Verlagswebsite. Eine Warnung vorweg: Dieses Buch ist nichts zum nebenher lesen. Umfang und Anzahl der Protagonisten sowie die häufigen Zeitsprünge erfordern einige Konzentration. Wer diese aufbringt, kriegt ordentlich etwas geboten. So verwirrend die Geschichte stellenweise ist, so gekonnt hält Cronin seine Leserschaft bei der Stange. Nun ja, wer bleibt schon gern im Nebel hängen…. Das, gepaart mit dem Mix aus Fantasy und durchaus auch ein wenig Horror liest sich grossartig.

Fazit: Grandios! Möge Justin Cronin sich mit dem dritten und letzten Teil etwas beeilen.dce2882e2eeb0642b159fc88e9fd030a_low

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Wenn der Filmtrailer in die Buchhandlung lockt…

der-wolkenatlas„Wir müssen nur den Mund halten und ruhig zuhören – und siehe da, schon ordnet uns die Welt unsere Gedanken…“

Manche Filme locken mit wirklich fantastischen Trailern. Allerdings locken sie mich weniger ins Kino als in die Lieblingsbuchhandlung oder – wie hier geschehen – in die kleine aber feine Bücherei um die Ecke. Denn was auf der Leinwand spektakulär sein soll, ist zwischen den Buchdeckeln bekanntlich noch wesentlich spektakulärer; meistens jedenfalls.  Und so habe ich mich auf die Reise ins Unbekannte gemacht,  mich auf David Mitchell’s kunstvoll gewobenen Sprachteppich gesetzt und bin losgeflogen. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin in die ferne Zukunft.  668 Seiten lang und stellenweise ganz schön turbulent war meine Reise mit dem Wolkenatlas. Statt einer eingehender Besprechung zu diesem Erlebnis, verweise ich an dieser Stelle an die grossartige Gemeinschaftsrezension auf Bri’s Literatouren.  Aber Vorsicht; die Begeisterung ist ansteckend. Am besten die Besprechung nicht Sonntags lesen, denn dann ist Ruhetag bei den Buchhandlungen und die Zeit bis zum Montag dürfte sich zähflüssig gestalten.

Ich für meinen Teil werde mir demnächst die Verfilmung zu Gemüte führen. Denn das muss dann doch noch sein. Der Trailer ist einfach zu gut…

Fazit: Mehr als ein Buch. Im Wolkenatlas steckt ein ganzes Universum!

Bücherelfe

Weitere Infos zu diesem Titel gibt es hier

Zurück vom Regenplaneten

1256777254765Mit diesem zweiteiligen Werk habe ich einen ersten Ausflug in die Welt des SciFi gewagt und damit gleich einen Volltreffer gelandet. Karsten Kruschel hat mich in fremde Welten entführt und mit seiner bildhaften Sprache mitten auf dem Regenplaneten abgesetzt. Mehr kann man sich von einem Buch nicht wünschen.

„Vilm – der Regenplanet“

Die Menschheit beschränkt sich nicht mehr nur auf den Planeten Erde. Inzwischen reisen sie mit Hilfe von Sternenschiffen und siedeln sich auf verschiedensten Planeten an. Einer dieser Schiffe ist die „Vilm van der Oosterbrijk“. An Bord herrscht eine Zweiklassengesellschaft. Die normalen Passagiere und die abgehobenen Zentralier. Nur letztere wissen, wie das Schiff zu bedienen ist. Bis zum Tag X, an dem die „Vilm van Oosterbrijk“ verrückt spielt und auf den nächstgelegenen Planeten stürzt. Es sind nur wenige Menschen, die den Absturz überleben. Sie landen in einer  seltsamen  dauerverregneten Welt. Die Hoffnung auf Rettung schwindet bald, also wird höchst kreativ versucht, aus den Trümmern des Schiffs Brauchbares für das Leben im Regen zu finden. Es bleibt nichts anderes, als sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Der Regenplanet mit seiner eigentümlichen Flora und Fauna ist nun mal ihr neues Zuhause. Unter den Gestrandeten befinden sich auch Kinder. Dass eines nach dem anderen von einer Art Diphterie befallen wird, sorgt für Angst und Schrecken. Die medizinische Versorgung auf dem Regenplaneten ist recht begrenzt. Aber die Kinder überleben nicht nur sondern sie verändern sich. Es entstehen symbiotische Beziehungen mit den sogenannten Eingesichtern. Eine Evolution im Schnelltempo in einem eigentümlichen Ökosystem, das beim Lesen fast körperlich spürbar ist. In „Vilm – der Regenplanet“ werden die Schweinwerfer kapitelweise auf einzelne Protagonisten gerichtet. Mit dieser Erzählweise schafft es Karsten Kruschel, dass die Leserschaft den Personen recht nah auf den Pelz rückt.

„Vilm – Die Eingeborenen“

Zwanzig Jahre nach der Bruchlandung auf dem Regenplaneten werden die Schiffbrüchigen entdeckt. Aber nicht alle wollen gerettet werden. Nur wenige nehmen das Angebot des Rettungsschiffs, Armorica, den Regenplaneten zu verlassen, an. Im Gegenteil; die Eingeborenen fordern höchst selbstbewusst, dass ihr Planet vom Planetenverband als eigenständig anerkannt und respektiert wird. Aber unbekannte Welten haben die Mächtigen schon immer fasziniert und Begehrlichkeiten geweckt. Und wer sagt denn, dass die Vilmer mit ihrem eigentümlichen Verhalten überhaupt als menschlich zu bezeichnen sind….

Fazit: Faszinierend. Absolute Leseempfehlung auch für Sci-Fi-Neulinge. Ich werde dann mal die Suchscheinwerfer nach weiteren Sci-Fi-Perlen auswerfen. Anregungen sind ausdrücklich erwünscht. 

Die beiden Werke gibt es sowohl gedruckt als auch als eBook. Ich persönlich habe die eBooks verschlungen.

Für weitere Infos zum Regenplaneten geht es hier lang. 

Bücherelfe

eine ganze Welt inmitten des Waldes

Schon äusserlich fällt „Wildwood“ aus dem üblichen (Bücher)rahmen. Mit einem Format von 15 x 19.5 cm entspricht es nicht gerade den gewohnten Massen für ein gebundenes Buch. Das farbenfrohe Cover, der Klappentext und auch der Trailer lassen auf ein märchenhaftes Abenteuer hoffen.

Nicht in ihrem schlimmsten Alptraum hätte sich die zwölfjährige Prue das ausmalen können. Ein Schwarm Krähen schnappt sich ihren einjährigen Bruder und fliegt mit ihm davon. Das alleine wäre ja schon eine Katastrophe. Aber mit anzusehen,  wie  die Krähen mit dem kleinen Mac in die „Undurchdringliche Wildnis“ verschwinden, ist mehr als beängstigend. Die „Undurchdringlche Wildnis“ ist für die Menschen rund um Portland eine absolute No-Go-Aerea.  Prue weiss nicht, was sie dort  erwartet; sie weiss nur eins: Sie muss Mac zurückholen. Curtis, ihr Mitschüler, folgt ihr unbemerkt und erweist sich als wahrer Segen bei der Rettungsaktion. Ein märchenhaftes Abenteuer beginnt und mit ihm der Kampf zwischen Gut und Böse.

„Das ist unglaublich“, murmelte Prue endlich. Inzwischen hatte sie sich von dem Schock etwas erholt, den Wald zum Leben erwachen zu sehen. „Ich kann gar nicht fassen, dass es all das hier die ganze Zeit gab und ich nichts davon wusste.“

Prue und Curtis gehen schon bald getrennte Wege und der Autor erzählt abwechselnd von ihm und von ihr. Sprechende Tiere verschiedenster Gattung, eine Räuberbande, eine Vogelarmee und vieles mehr kreuzen mal in guter, mal in schlechter Absicht,  die Wege der beiden Kinder. Aber Prue lässt sich von ihrem Ziel, Mac nachhause zu bringen, nicht abbringen. „Wildwood“ ist ein spannendes Kinder- und Jugendbuch, das auch Erwachsene begeistern kann. Mich jedenfalls hat es rasch in den Bann gezogen und mich so manches Mal an „Alice im Wunderland“ erinnert. Die paar Längen in der Geschichte – fünfhundert Seiten hätten es auch getan – sind verzeihlich. Die wunderschönen Illustrationen tun ihres dazu. Allerdings gehe ich wegen der stellenweise heftigen Kampfszenen nicht einig mit dem Verlag, der das Buch schon für Zehnjährige empfiehlt.

Fazit: Märchenhaftes All-Age-Abenteuer. Die Website von Colin Meloy und Carson Ellis lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

Näheres zu diesem Titel gibt es hier 

ein missglücktes Experiment

Lesen ist eine wunderbare Sache. Allerdings auch ganz schön zeitraubend. Wer kann schon einen richtigen Wälzer in einem Rutsch weglesen?  Irgendwann muss jeder mal an die Luft.  Aber da gibt es eine Lösung: Das Hörbuch, wohlverstanden die ungekürzte Variante. Also Buch weglegen,  rein mit den Ohrstöpseln und einfach der Geschichte weiter lauschen. Abwechslung soll das Leben bunt machen. Für den Versuch habe ich  das äusserst vielversprechende „die Seelen der Nacht“  gewählt. Vermeintlich ein echter Leckerbissen.

Einmal und nie wieder.

Das Experiment war ein Reinfall, was allerdings nichts mit der gewählten Geschichte zu tun hat. Ein nahtloser Wechsel zwischen Geschriebenem und Gelauschtem ist für mich auch beim besten Buch nicht vorstellbar. Ich erkläre das Experiment somit als missglückt.

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Aber erst einmal zu „die Seelen der Nacht“

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Man nehme einen Teil Charlaine Harris, ein wenig Joanne K. Rowling, dazu einen grösseren Schuss Stephenie Meyer und eine Prise Anne Rice. Die vielversprechende Mischung rüttle und schüttle man kräftig durcheinander, ziehe das Ergebnis auf 800 Seiten Länge und packe all das in ein ansprechendes Äusseres. So in etwa hatte ich mir das vorgestellt.

Soweit, so gut……

Gleich zu Beginn der Geschichte sieht man es vor sich, das Objekt der Begierde; das magische in Leder gebundene und mit einem Bann belegte Manuskript. Es wird das Leben der Protagonistin, Diana, verändern und die Leserschaft des Buches beschäftigen; lange beschäftigen. Ganz bewusst habe ich das Wort „beschäftigen“ gewählt. Denn in Atem gehalten, haben mich die Geschehnisse zwischen diesen Buchdeckeln nicht. Vorab bemerkt: Ich hatte grosse Erwartungen an „die Seelen der Nacht“. Der Einstieg in die Geschichte fühlt sich angenehm gemächlich an. Erst einmal ankommen, in der Welt dieser verschiedenen Wesen, die sich so selbstverständlich unter Menschen bewegen. Die Vorgeschichte von Diana scheint recht interessant zu sein, ist sie doch der hochintelligente Spross einer alten Hexen-Dynastie und verdient ihre Brötchen ganz bürgerlich als Historikerin. Dass sie magische Fähigkeiten hat, weiss sie,; nutzen will sie diese Gabe aber nicht. Das klingt doch schon mal sehr sympathisch. Die Sympathie verfliegt leider bald; sehr bald.

Vorhang auf für Matthew, 1500 Jahre alter Vampir, fantastisch schön, fantastisch allwissend, fantastisch, fantastisch. Kaum hat Amor seinen Pfeil auf Diana Bishop‘s helles Köpfchen abgeschossen, scheinen ihre Hirnzellen zu schrumpfen. Von da an stellt sie ihr Licht unter den Scheffel und hat nur eins im Sinn: Matthew hier, Matthew da.

Das magische Manuskript weckt Begehrlichkeiten in den verschiedenen magischen Volksgruppen und so bleibt es nicht aus, dass Diana in Gefahr gerät. Spannung liegt in der Luft. Leider verfängt sich die Autorin in langatmigen Beschreibungen und Wiederholungen. Weder Inhalt noch Schreibstil haben mich zu fesseln vermocht. Eintauchen in die von Deborah Harkness geschaffene Welt war mir nicht möglich und ich habe angesichts der insgesamt 800 Seiten in der Hälfte aufgegeben. Das Lesen – und Lauschen –  hat mich schlicht und einfach gelangweilt.

Fazit: Nichts für mich.

Für weitere Infos zum Buch geht es  hier lang.

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Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness

Hörbuch „Die Seelen der Nacht“ von Deborah Harkness, gelesen von Dana Geissler.  27 Std. 53 Min. (ungekürzt). Im Download bei Audible erhältlich für 20,95 € oder im Flexi-Abo für 9.95 €. Zur Hörprobe geht es hier lang.  

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Die Insel. Die Kinder. Das Grauen

Bist du bereit für dieses Abenteuer?

Da hat uns der Pan-Verlag ganz schön heiß gemacht mit dem vielversprechenden Trailer zum Buch. Die Aufmachung des selbigen, sowie die unheimlichen Fotos, waren dann auch für mich Grund genug, mein angestammtes Psycho-Krimi- und Thriller Genre vorübergehend zu verlassen und ich las: Die Insel der besonderen Kinder.

Schon das Buch an sich ist durch Aufmachung und Gestaltung etwas Besonderes und schon allein der Optik wegen eine Bereicherung für jedes Bücherregal. Allerdings zahlt der Leser auch einen Preis dafür und bewundert nicht nur die eindrucksvollen Fotografien ….  sondern riecht sie auch deutlich.

Ransom Riggs schreibt seinen Text in einem wunderbaren Stil, der den Leser zu verzaubern und zu fesseln weiß. Andererseits macht sie auch das innere Auge Dinge sehend, die so schnell nicht mehr loslassen. Seitdem sehe ich ständig die Kinder mit Gasmasken fasziniert auf einen lodernden Himmel schauen ….. ich denke, die Filmrechte dürften auch schon unter Dach und Fach sein. Manche der herauf beschriebenen Szenen, ließen mich zweifeln, ob „Jugendbuch“ in Ordnung ist.

Mit fortschreitender Geschichte, wurde es mir mit der fantastischen Literatur allerdings etwas zu bunt und zu fantastisch (Sorry. liebe Fantasy-Fans).  Besonders zum Ende empfand ich das ansonsten so gelungene Debüt als eine Mischung aus vielem (und vor allem bekannten)….. ein bisschen Inselabenteuer, ein bisschen Lovestory, ein bisschen Harry Potter und die Monster könnten geradewegs einem Steven King Roman entsprungen sein. Die Schlusssequenz zieht sich fast endlos – ich hab sie letztendlich nur noch quergelesen – um dann zu einem offenen Ende zu gelangen – Fortsetzung ist natürlich schon in Planung!

Fazit: Der Genre-Ausflug hat sich durchaus gelohnt. Nette Idee, nettes Buch. Für fünf Sterne und den Gedanken „ich muss unbedingt die Fortsetzung lesen“ reichte es aber leider nicht.

Für weitere Infos zu diesem Titel geht es hier lang. 

bibber

Hilfe, ein Neuzugang hat mich schon beim ersten Durchblättern gegruselt. Ich habe den dringenden Verdacht, der Lektüre könnte eine schlaflose Nacht folgen. Sozusagen als Gratiszugabe…

Lange wird es nicht im Regal stehen bleiben. Aber eine solche Mission braucht kluge Vorbereitung. Ich werde mir jetzt erst mal ein Flanellpyjama und eine Wollmütze besorgen.  Zusammen mit einer Daunendecke und einer grossen Kanne Tee werde ich dann den besonderen Kindern todesmutig entgegen schreiten. Rezension wird folgen; hoffentlich bald in diesem Blog-Theater.