„An jedem neuen Morgen“ von Roger Rosenblatt

Amy Rosenblatt stirbt unerwartet. Sie ist 38 Jahre alt und hinterlässt ihren Ehemann und die drei gemeinsamen kleinen Kinder. Das Jüngste ist gerade erst zwanzig Monate alt. Ohne zu überlegen, springen Amy‘s Eltern, Roger und Ginny Rosenblatt, in die riesige Lücke und ziehen in das Haus der Familie ein. Behutsam versuchen sie, eine Art Normalität aufrecht zu erhalten.

„Sammy mag morgens Vollmilch mit Froot Loops. Jessie ein Glas Sojamilch. Bubbies, der Jüngste, liebt Toast über alles“.

Roger Rosenblatt ist Professor für Englische Literatur und lehrt an der Stony Brook University in New York. Ausserdem ist er Autor von Sachbüchern und Romanen und schreibt daneben für das Time Magazine. Es wundert also nicht, dass er diesen ganz persönlichen Verlust zu Papier bringt. Indem er den Alltag der sich neu formierenden Familie beschreibt und immer wieder zurückblickt auf die verlorene Tochter, scheint er seine Trauer zu bearbeiten. Er tut das in sehr nüchternen Worten. So gesehen, scheint  das Geschriebene eine relativ emotionslose Aneinanderreihung von Alltagsgeschichten zu sein. Für mich bleibt unklar, was Roger Rosenblatt mit „An jedem neuen Morgen“ seiner Leserschaft mitteilen will. Wie auch immer; die Familie Rosenblatt scheint schon fast unwirklich harmonisch. Als würde der Autor dem Schrecklichen ausschliesslich Gutes entgegensetzen wollen.

Fazit: Unerwartet emotionslos wirkender Bericht eines grossen Verlusts.

Näheres zu diesem Titel gibt es hier

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