David Hunter und die fehlenden Buchstaben

David Hunters schwierigster Fall…….

Was bin ich froh, dass dieser Sommer so unsäglich schlecht und kalt ist !
Dass ich nicht auf dem Balkon in der Sonne sitzen muss und über vor sich hingammelnde Leichen lesen muss….. ich befürchte, der Verwesungsgeruch der bei optimalen sommerlichen Witterungsbedingungen von diesem Buch ausginge, wäre unerträglich. Ja, wahrscheinlich würde ich bereits auf Seite 20 erste Maden ausmachen können, die sich langsam zwischen den Seiten hervor winden und auf mein eiskaltes, erstarrtes Händchen krabbeln oder ich könnte angesichts der Fliegenschwärme, welche die Seiten umsurren gar nichts mehr lesen können.
Erinnern wir uns an Hunters ersten Fall in „Die Chemie des Todes“ …. David Hunter und seine surrenden Fliegen …. man konnte sie förmlich hören.

Nun ist Simon Beckett beim vierten Fall für David Hunter angekommen, der Klimawandel ist unterdessen fortgeschritten und den Sommer erkenne ich genausowenig wieder wie meinen geliebten David Hunter.

Es lüftet sich zwar endlich das Geheimnis um Davids privaten Background, jedoch geht dies vollends auf Kosten der Geschichte und irgendwie passt an diesem Buch so gar nichts zum gewohnten Hunter-Thriller. David Hunter entpuppt sich in dieser Geschichte als derart leidensfähig, dass es fast schon lächerlich wirkt. Hob sich Beckett mit den Hunter Krimis doch sonst so wohltuend ab von der US Thriller-Massenware. Mir fehlte die Spannung und die AHA-Erlebnisse und die Wendungen, mit denen Beckett seine Leser immer wieder verblüffte. Die Geschichte ist viel zu früh viel zu vorhersehbar und aus irgendeinem Grund erinnert Bösewicht Monk mich ständig an John Coffey aus „ the green mile“. Eine öde Liebesgeschichte drumrum gibt dem Buch dann den Rest und meiner Liebe zu David Hunter auch.
Da waren die leeren Seiten fast schon interessanter….und davon hats im Buch viele.  Naja, schließlich zahlt man 23 Euronen für das gute Stück, statt die üblichen 19.90 Euro – da will man für sein Geld ja auch was in der Hand haben und optisch wirkt das Buch auch ein gutes Stück dicker, als seine Vorgänger. Sieht man im direkten Vergleich allerdings genauer hin, so stellt man fest, dass der Inhalt mit rund 455 Seiten nicht mehr ist, als der der Vorgängerbände.

Als kleines Extra gibt’s dafür 22 komplett leere Seiten und nochmal genausoviele die nicht mal zur Hälfte bedruckt sind…..

Danke, lieber Wunderlich Verlag !

Fazit : Ich will den alten David Hunter zurück und Buchseiten mit Buchstaben!

Für weitere Informationen zu diesem Titel geht es hier lang. 

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2 Kommentare zu “David Hunter und die fehlenden Buchstaben

  1. Philipp sagt:

    Ich finde es interessant, wie unterschiedlich doch die Meinungen zu einem Werk sein können! Meine Mutter – selbst ein riesiger Hunter-Fan – hält „Verwesung“ für den besten Teil der Reihe, gerade weil es hier mehr um Hunter geht.

    Tolle Besprechung! 😉

  2. Tanja sagt:

    Puh, jetzt habe ich mich nach den ersten drei Hunter-Thrillern wirklich riesig auf Verwesung gefreut, diese Vorfreude ist nun etwas geschmälert. Liebesgeschichten und sonstiger Schmalz sollten in einem Thriller wirklich mit Bedacht eingesetzt werden, sonst wird es für mich als Thriller-Fan fast unerträglich. Ich werde Teil 4 selbstverständlich trotzdem noch lesen und meine Erwartungshaltung schon im Vorfeld etwas nach unten schrauben, vielleicht hilft es 😉
    Danke für die Besprechung!
    LG
    Tanja

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