So ruhet in Frieden von John Ajvide Lindqvist

Die Bücherelfe kriecht wieder unter der warmen Decke hervor. Das war wirklich eine Begegnung der dritten Art….

Icebox hat dieses Buch bereits im Mai 2009 rezensiert. Ihrer Rezension ist nichts hinzuzufügen.

Eines Vorweg: Dieses Buch lässt sich mit dem überaus erfolgreichen und tiefgründigem Vorgänger (so finster die Nacht)  in nichts vergleichen.
Ich muss zugeben, daß mich dieses Buch ziemlich ratlos zurückgelassen hat. ;-/
Ein Buch was sich in erster Linie mit der Frage beschäftigt: Was wäre wenn…..die Toten wieder zum Leben erwachen und zu den Menschen zurückkehren denen sie einst viel bedeuteten. Erzählt wird hier anhand von 3 Einzelschicksalen. David der seine Frau bei einem Unfall verlor, Elvi die Großmutter deren verstorbener Mann plötzlich wieder vor der Tür steht , Flora ihre Enkelin mit der telepathischen Begabung….und der Journalist Mahler, der seinen toten Enkel gar aus einen Grab ausbuddelt. Kein Schweden Krimi, kein Mystery Thriller….auch wenn das Cover und der Klappentext diesen Eindruck erwecken, nein hier kommt ein Zombie Roman der härtesten Sorte daher, wie sich später herausstellen soll.
Die Geschichte beginnt spannend. Fesselnd und druckvoll macht es Lindqvist dem Leser unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Begierig, wenn auch leicht befremdet saugt man den Text auf der so faszinierend ist. Man spürt die Verzweifelung der Angehörigen, die Ratlosigkeit der schwedischen Regierung man bekommt sogar Mitleid mit den wandelnden Toten die so gern nach Hause möchten zu ihren Familien….ABER…dann kommt das dicke Ende und spätestens ab Seite 320 (von 440) geht die Geschichte mit jeder Seite mehr den Bach runter…ganz runter….die Personen werden unglaubwürdig , die Gechichte langatmig und zäh….wie künstlich in die Länge gezogen…die letzten 60 Seiten lesen sich wie ein wahres Gewirr aus „Bewustseinströmen“, Gedankenleserei und dermaßen widerlichen Splatterszenen die selbst bei einem hartgesottenem Thriller und Horror Liebhaber wie meiner Wenigkeit nur noch Ekel hervorrufen. Das Ende selbst lässt viele Frage offen, die Handlungstränge werden nicht zusammengeführt und die Frage „Wie, Was, Wo und vor allem Warum“ wird nicht schlüssig aufgelöst….sie wird überhaupt nicht aufgelöst….Das Buch lässt den Leser ziemlich ratlos mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zurück.Was bleibt sind die Eindrücke über die wandelnden und bös entstellten Toten, die Teils zum Schluss brutalst zusammengeknüppelt, abgeschlachtet, zerstückelt, überfahren und verbrannt werden…. das halb verweste Kind aus dem Grab mit dem sich Mutter und Opa auf die Flucht begeben… die aufgedunsene Wasserleiche die mit Äxten zerhackt wird und noch immer umhertaumelt. Hauptpersonen die selbst nur noch durch die Geschichte taumeln und jeglichen Anschluss verloren haben und was ganz zum Schluss zurück bleibt ist der Leser…leider nicht mit ausgefransten Nervenenden , sondern einem ekligen Geschmack im Mund. Keine morbide, gruselige Spannung – nur noch widerlichstes, detailgenau beschriebenes Hinmetzeln bestimmt die Handlung, das war selbst mir entschieden zuviel und lässt dieses so spannend und intelligent begonnene Buch zum Splatter auf Groschenromanniveau verkommen.
Zombiegeschichte mal anders……..auf keinen Fall für zartbesaitete Leser…eher was für Hardcore-Fetischisten.
Liebe bücherelfe…puh das war vielleicht ein Buch…*schweißvonderstirnwisch….gleich morgen lauf ich los und kauf „Gut gegen Norwind“…ich brauch jetzt erstmal was „normales“…….und dann knöpf ich mir den „Menschenhafen“ vor *gg

Ein Kommentar zu “So ruhet in Frieden von John Ajvide Lindqvist

  1. wortsplitter sagt:

    ihh Zombie, ich mag da lieber die filme, *g* da gruselt man sich nicht so lange. Und das Cover passt wirklich so gar nicht zu dem, was du da beschreibst. gut das du mich vorgewarnt hast. Das ist ganz sicher nichts für mich *grusel*

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