Alice und ich von Melanie Benjamin

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 3 s/w-Fotos im Text ISBN: 978-3-570-10047-9,  € 19,95 [D] | € 20,60 [A] | CHF 34,90* (empf. VK-Preis) Verlag: C. Bertelsmann

„Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Klingt das undankbar? Gewiss. Aber ich bin es wirklich leid.“

Dass ein Buchcover mich magisch anzieht, ist eher selten. Bei „Alice und ich“ ist genau das passiert. Dem Inhalt habe ich mich eher zögerlich genähert, denn was aussen so toll aussieht, kann eigentlich nur enttäuschen. Aber weit gefehlt. Mit dieser Mischung aus Roman und Biografie, hat Melanie Benjamin eine zauberhafte Geschichte geschaffen. Sie erzählt die Entstehungsgeschichte von Lewis Caroll’s „Alice im Wunderland“ und ist geschrieben aus der Ich-Perspektive von Alice Liddell.

Charles Lutwidge Dodgson, der später unter dem Künstlernamen Lewis Caroll „Alice im Wunderland“ veröffentlicht, arbeitet als Mathematikprofessor in Oxford, wo Alice Liddell zusammen mit ihrer Familie ein behütetes, privilegiertes Leben führt. Seine grosse Leidenschaft gehört der Fotografie. Mit Alice’s Familie verbindet ihn eine enge Freundschaft. Ganz besonders zugetan ist er den drei Töchtern der Familie. Er verbringt viel Zeit mit den dreien, gibt aber vor allem Alice das Gefühl, sie sei etwas ganz Besonderes. Bei einem Ruderausflug erzählt er ihnen wie so häufig eine Geschichte – er ist ein sehr begabter Geschichtenerzähler – und Alice, die ihn sowieso schon anhimmelt, hängt förmlich an seinen Lippen. Diese neue Geschichte ist so aussergewöhnlich, dass sie ihn drängt, diese aufzuschreiben.

„Aber du wirst dich nicht ändern, Alice, oder? Du wirst nicht wie die anderen werden? Du bist anders – warst als Kind schon alt und weise. Da ist es nur folgerichtig, dass du im Alter jung sein wirst“.

Als Alice 11 und Dodgson 31 Jahre alt sind, passiert etwas, was diese ganz engen Bande zwischen den beiden schlagartig zerstört und was ihrer beider Leben nachhaltig beeinflussen wird. Die Alice aus „Alice im Wunderland“ zu sein, scheint wie ein Fluch auf Alice’s Leben zu liegen. Statt ihrer grossen Liebe – Königin Viktoria’s jüngsten Sohn Prinz Leopold – heiratet sie einen reichen Gutsbesitzer. „All dies gehörte mir, einfach nur, weil ich eingewilligt hatte, einen Mann zu heiraten, den ich zwar nicht liebte, der aber letztlich der Einzige war, der mich je gefragt hatte“.

Was ist an diesem „Alice im Wunderland“ dran, dass die erwachsene Alice es nicht über sich bringt, die Geschichte ihren Kindern vorzulesen?

Fazit: Eine hinreissende Romanbiographie. Lesen!

Wir danken dem Verlag C. Bertelsmann, der uns diesen Titel zur Rezension überlassen hat.


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