Kinder zum Lesen verführen

Bevor ich jetzt viele Worte zu Band zwei der Trilogie rund um den tapferen kleinen Edward, empfehle ich einen kurzen Ausflug zur Rezension von Band eins.  Es ist schon ein Weilchen her, seit ich Edward kennen lernen durfte. Vielleicht schien mir auch darum der Einstieg in seine Welt etwas holprig. Wer aber die beiden Bände in einem Rutsch liest, wird diese Schwierigkeit sicher nicht haben.

Ganz schön happig, was da von Edward erwartet wird. Er soll ein Brückenbauer zwischen den Welten sein. Aber der Lohn der winkt, ist unfassbar: Wenn alles gut läuft, kann er seine totgeglaubte Mutter wiedersehen. Sie wird von dem berüchtigten Schakal gefangen gehalten. Was also bleibt ihm übrig, als all seinen Mut zusammenzunehmen und seinen Feinden entgegenzutreten. Ein Glück, dass er auf Verbündete zählen kann.

Wie schon beim ersten Band ist die Botschaft an seine jungen Leser augenfällig: Es lohnt sich, für eine wichtige Sache seinen ganzen Mut zusammenzunehmen; sogar dann, wenn man so etwas wie Mut noch gar nicht spürt. Auch dieses Mal ist die Gestaltung so, dass junge Leser dranbleiben können.

Fazit: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Jason Lethcoe mit seiner Trilogie nichtlesende Kinder zum Lesen verführt. Also Daumen hoch für dieses Buch.

Für weitere Informationen zu diesem Titel geht es hier lang.

Der mysteriöse Mr. Spines – Wings von Jason Lethcoe

Mit diesem Buch habe ich seit langem wieder einmal einen Ausflug in den Bereich Kinderbücher gewagt. Meine eigene Kinderzeit ist ja schon viele hundert Bücher her; und was soll ich sagen? Schön war’s.

Ich freue mich immer sehr, wenn ein Verlag sich die Mühe macht, ein Buch schön zu gestalten. Bei diesem ist das absolut gelungen. Das Cover ist nicht nur zauberhaft schön sondern vermittelt sofort einen Eindruck des Protagonisten Edward. Er ist ein einsamer, ein trauriger kleiner Junge. Er hat eine besondere Beziehung zu Karten, er ist gross, spindeldürr  und das ist das Spektakuläre an ihm:  er hat Flügel. Grosse, wunderschöne ebenholzfarbene Flügel. Bevor ich das Buch überhaupt erst aufschlage, hat Edward mich bereits eingesackt; er tut mir furchtbar leid.

Ich fange an zu lesen und erfahre, dass der 14jährige Edward MacLeod  Waise ist und auf eine Schule für schwererziehbare Kinder geht. Dort wird er unter anderem wegen seines heftigen Stotterns gemobbt.  Er hätte also eigentlich schon genügend Probleme. Und dann auch noch das: Eines Tages wachsen ihm diese Flügel. Gleichzeitig tauchen mysteriöse Gestalten auf, die behaupten bei einer wichtigen Aktion seine Hilfe zu brauchen.Und plötzlich steckt Edward mitten drin in einem lebensgefährlichen  Abenteuer, bei dem er erst herausfinden muss, wer die Guten und wer die Bösen sind.

Für die eigentliche Zielgruppe – Leser ab zehn Jahren – ist das Buch perfekt gestaltet. Kurze Kapitel mit Überschriften, die richtig Lust auf’s Weiterlesen machen. Und falls einmal der Überblick über die verschiedenen Gestalten verloren gehen sollte, hilft das umfangreiche Glossar am Ende des Buches bestimmt weiter.

Fazit: Liebevoll gestalteter Auftakt zu einer mehrteiligen Abenteuergeschichte.

Wer noch mehr Details zu diesem Titel wissen möchte, geht am besten hier lang. Wer schon einen Blick auf die Cover der Fortsetzungen werfen will, sollte sich aufmachen zur Website von Jason Lethcoe. Wie nicht anders zu erwarten, sind sie märchenhaft.