geteiltes Leid ist halbes Leid

959 Seiten sind ein ganz schöner Brocken. Aber dicke Wälzer haben mich noch nie abschrecken können; schon gar nicht, wenn die Inhaltsangabe so viel verspricht wie diese.

Lucy Marsden ist neunundneunzig Jahre alt, als sie sich entschließt, einem jungen Besucher ihre Lebensgeschichte und die ihres Mannes auf Band zu diktieren. Sie berichtet, wie William More Marsden im Alter von dreizehn Jahren zusammen mit seinem gleichaltrigen Freund Ned Smythe in den Dienst der Konföderiertenarmee – der Rebellen, wie sie auch genannt werden – gepreßt wird. Sie erzählt, wie Ned wenig später auf schreckliche Weise zu Tode kommt und wie William Marsden sein Leben lang unter diesem Jugendtrauma leidet. Sie schildert, wie sie dem damals schon fünfzigjährigen Bürgerkriegsveteranen Marsden mit fünfzehn Jahren begegnet und ihn bald darauf heiratet. Wie sie den Rausch der Liebe und die Hölle der Ehe kennenlernt. Wie sie neun Kinder gebärt und wieder verliert. Wie ihr Castalia, die ehemalige Sklavin ihres Gatten, als Haushälterin zugeteilt wird und wie sie über alle Rassenschranken und Vorurteile hinweg versucht, deren Freundschaft zu gewinnen. Sie berichtet vom Warten auf den Tod. Und davon, wie sie ihm immer wieder ein Schnippchen zu schlagen versucht.

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Wer hätte auch geahnt, dass dieses Buch gefühlte 2000 Seiten lang ist. Ein höchst seltsames Lese-Erlebnis; denn der beiläufig plappernde Erzählstil war nicht nur so gar nicht nach meinem Geschmack sondern hat mich zeitweilig regelrecht genervt; Dennoch war kein Loskommen von dieser Geschichte;  fast kam es mir vor, als sässe Lucy Marsden mir  im Lehnstuhl gegenüber und verlange mit strengem Blick absolute Aufmerksamkeit. Sehr schräg. Was ein Geschenk, dass es da eine Leidensgefährtin gab. Thursdaynext hat das Buch zufällig zeitgleich angefangen zu lesen. Hier eine kleine Kostprobe unseres Austauschs:

.… kam der Anfang dich ob der Sprache auch so schwer an ? Durchhalten !!!

… .bei der Rebellenwitwe halte ich noch etwas durch. Aktuell auf Seite 300. Die Sprache wird leider nicht besser *seufz* Aber die Geschichte ist noch zu gut, um abzubrechen. Aber ich kann für nichts garantieren…

… Habe die Witwe nach der Hälfte erstmal weggelegt , die Sprache ist einfach nicht zum drangewöhnen

… beruhigt , dass du sie ebenfalls mühselig findest ;)  Die Sprache ist abscheulich! Das Blöde ist , die Geschichte an sich interessiert mich. Mal sehen, ob ich einfach mal überblättere und den Rest mit 99 im Altersheim lese.

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Vorhang auf für Thursdaynext’s Rezension zur Rebellenwitwe.

“Dann ist er gestorben. Hat sein müssen.”

Lucille Marsden, aufgewachsen in einer Kleinstadt in Carolina, 15 jährig verheiratet mit einem traumatisierten”Rebellenheld” der Konförderierten, mittlerweile im Altersheim einsitzend erzählt von ihrem Leben.

Pragmatisch dramatisch und mit, von Humor geprägtem, unbeugsamen Überlebenswillen 
schildert sie ihre 99 Erdenjahre auf 958 Seiten.
Ausschweifend, in scheusslich authentischer Sprache. Mehrmals war ich versucht das Buch ad acta zu legen. Genervt von Stil und Inhalt. Es kam immer wieder zurück und krächzte “Lies mich!”

Lucille gebar neun Kinder. Trotz einer Hochzeitsnacht die mehr einer Vergewaltigung glich, einer nie aufgehobenen Distanz, bedingt durch seelische Kriegsverletzungen und das (zu ihrer Zeit) noch erhebliche Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern, liebte sie ihren Cap. Manchmal. 
Wie in einer langjährigen Ehe üblich mal mehr, mal weniger. 
Geduldig und mitleidig erträgt sie seine Marotten, die Waffensammlung unter dem Bett, das nächtliche Kriegsalbträumen, die sexuelle Gier.

Cap scheint es wert gewesen zu sein. Mir, die ich im 21. Jahrtausend lebe, ist allerdings immer noch nicht verständlich weswegen. 
Vielleicht machte das die Faszination dieses Buches aus. Verstehen zu wollen, warum die träumerisch pragmatische Lucy ihren Alten nicht gleich nach der ersten bezogenen Prügel
 um die Ecke gebracht, sondern ihn jahrzehntelang mitgeschleift und erduldet hat. 
Humor, Sex, Erzählkunst und Helfersyndrom erscheinen als Begründung einfach nicht ausreichend.
 Captain Willi Marsden starb übrigens auf zwei verschiedene Arten!

Selbst Castalia, Lucilles anfängliche Feindin und später beste Vertraute, die in Nerz gehüllte ehemalige Marsden Sklavin, ertrug diesen nie ganz aus dem Krieg zurückgekehrten Macho, unter dessen Mutter und Herkunftsfamilie sie und zig andere vor der Befreiung gelitten haben.

Die stärksten Stellen waren für mich immer jene, in welchen Lucy ihren Alltag mit den Kindern, das Leben in der Kleinstadt, die Entwicklung in den verschiedenen Jahrhunderten 
schildert. 
Trotz des “tu und tät”-Erzählstils bunt, anschaulich und augenzwinkernd weise.
 Auch die Überlebenstips fürs Altersheim (vielleicht kann man sie mal brauchen) waren beeindruckend .
Wie sie sich ihre Neugier auf das Leben erhalten konnte, ist bewundernswert erzählt. 
Die Kriegserlebnisse des 13 jährigen Willie Marsden, dem späteren Cap, bleiben dagegen blass. 
Castalias und Lucilles innere Stärke prägt dieses Buch. 
Der verloren gegangene Süden schimmert durch, ebenso wie das Leid welches der Bürgerkrieg einer ganzen Generation Amerikaner angetan hat.

So faszinierend der Lebenstil des alten Südens war. Es ist gut, dass er unterging und mit ihm die Sklaverei. Auch dies wird in der “Rebellenwitwe” klar herausgearbeitet. 
Jeder Krieg gründet auf finanziellen Interessen. Der amerikanische Bürgerkrieg wurde nicht geführt 
um die Sklaverei abzuschaffen, dieser Grund war vorgeschoben um die wirtschaftlichen Begehrlichkeiten des Nordens zu kaschieren. Die Abschaffung der Sklaverei war lobenswerter Nebeneffekt, edelte aber eben diesen genauso dreckigen, blutigen, grausamen Krieg der darin allen anderen gleicht.

Die Faszination von Allan Gurganus Roman liegt eben darin die Kleinigkeiten der Geschichte herauszuarbeiten . 
Versüßt mit feststehenden alltäglichen Lebensweisheiten, welche man sich immer mal wieder ins Gedächtnis rufen sollte . Man wird sie benötigen.

Fazit: Ein Roman der nervt, plagt und dennoch nicht loszuwerden ist.
Bewertung schwierig. Mehr als drei Wochen mit vielen Unterbrechungen hat mich dieses 
Buch begleitet. 
Vier Sterne werden es nun doch. Für fünf war es eine zu große Plage und drei sind definitiv zuwenig.

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Ich habe dieser Rezension nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen. Danke thursday für diese treffenden Worte. Es war mir eine Freude, mit dir gemeinsam zu leiden….

sie sind mitten unter uns – die rosaroten Tütüs

Erneut geben wir das Wort an Streuner und dieses Mal berichtet sie von einem Buch, das ich selber noch nicht gelesen habe. Nach dieser Rezension ist mir die Möglichkeit, dieses Buch ungelesen an mir vorbeiziehen zu lassen für immer verwirkt…..

Was piept denn da?
Ehrlich? Ich habe das Cover gesehen und dachte: Meine Güte, wie kitschig ist das denn? Das soll Fantasy sein? Das wirst du bestimmt nicht lesen. Sieht ja aus wie Rosa-Tütü und aus dem Tütü-Alter bin ich raus – eindeutig und endgültig!
 Aber das Rosa-Tütü gab keine Ruhe. Fast täglich bin ich drüber gestolpert. Schon wieder eine begeisterte Leserin. Mein inzwischen nur noch halbherziger Widerstand bröckelte. Ja, ich weiß – ich bin ein schwacher Charakter! 

Na gut!

Überredet!

Was schert mich die Altersempfehlung? Zwölf bis fünfzehn war ich schließlich auch mal.
Ich will dieses Buch lesen! Ist man nicht immer so alt, wie man sich fühlt? OK – manchmal fühle ich mich auch mindestens so alt, wie ich bin. Aber wirklich nur manchmal!

 Stop! Ich schweife vom Thema ab. Hier geht es schließlich um das Buch. 

Kurz zum Inhalt: 
Ich lese ja oft, dass eine Rezension IMMER mit einer Inhaltsangabe beginnen soll. Find ich persönlich ja nicht so prickelnd. Ganz ehrlich? Die lese ich bei Rezensionen NIE, da bin ich konsequent, obwohl ich auch hin und wieder mal eine schreibe. So viel zu meiner Konsequenz. Ich scrolle also bis zum Ende und suche nach dem persönlichen Fazit zum Buch. Das lese ich allerdings komplett. Egal wie umfangreich es ausfällt. Es kommt auch schon mal vor, dass mir das persönliche Fazit viel besser gefällt, als das daraufhin gekaufte Buch. Ich hoffe, euch geht es hier nicht genauso. 

Ich schweife schon wieder ab. Muss an dem Buch liegen, über das ich nun, den eventuell noch vorhandenen Lesern, endlich was erzählen will.

Wie es mir gefallen hat? – Prima! Sieht man ja auch unschwer an meiner Bewertung.
Anspruchsvoll? – Nö, aber unterhaltsam. Für Männer? – Eher nicht. Obwohl…wer weiß schon so genau, wie Männer ticken? Liebesgeschichte? – Piep piep …. was denn sonst? Bei dem Cover (das übrigens passt, wie die Faust aufs Auge) erwartet wohl auch keiner einen gesellschaftskritischen Roman oder blutigen Horrorschocker. Apropos Cover. Die spielen in diesem Buch auch eine sehr große Rolle. Nein – nicht die, die ihr jetzt meint. Neugierig? Oh ja, ich sehe das Fragezeichen auf eurer Stirn direkt vor mir.

Wem das noch nicht reicht,  dem empfehle ich die Inhaltsbeschreibung, die Leseprobe oder die bereits vorhandenen Rezensionen.

Mein Fazit kurz und knapp: 
Ein locker leichter, humorvoller, jugendlich geschriebener Fantasyroman (der erste Band einer Trilogie) mit sympathischen Charakteren, einer abwechslungsreichen Story und vielen Pieps. 
Ihr wisst nicht, was ein Piep ist?  Tja, kann ich da nur sagen – so ging es mir auch. Da hilft wohl nur eins: Das Buch besorgen, lesen und euch gemeinsam mit mir auf die Fortsetzung freuen.

 Viel Spaß wünsche ich euch!

Für weitere Informationen zu diesem Titel geht es hier lang. 

Danke, Streuner, für diese wunderbare Rezension.  Ich mache mich jetzt mal auf den Weg in meine Lieblingsbuchhandlung und suche das rote Tütü…. 

Vorhang auf

Vorhang auf für eine neue Gastrezensentin auf Elfbox. Streuner hat sich ganz dem Genre Fantasy verschrieben und das sind auch ihre Rezensionen: Fantastisch!

Ihr Debüt bei uns gibt sie mit ihrer Rezension von


Denn es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen…

Wenn Rumo, Walter Moers und Dirk Bach aufeinandertreffen, dann möchte ich schon fast die Hände falten und vor ihnen niederknien.
Nun ja – ist vielleicht ein bisschen arg schwülstig, aber ich habe gerade die letzte CD aus dem Laufwerk geholt und kann mich vor lauter Begeisterung nur schwer wieder einkriegen. 

Meine Erfahrungen im Hörbuchbereich sind noch sehr, sehr spärlich. Jahrelang habe ich mich geweigert ein Buch in gesprochener Form bei mir zu Hause einziehen zu lassen. War das ein Fehler?
 Nun – ich denke, es gibt Hörbücher und es gibt HÖR-ERLEBNIS-BÜCHER. Ein solches Erlebnisbuch ist Rumo & die Wunder im Dunkeln für mich. Unbeschreiblich mit welchen Emotionen Dirk Bach mich diese Geschichte erleben ließ. 

Er flüstert und winselt – er wimmert und heult – er brummt und schnurrt – er jubelt, kräht, singt und schreit, dass einem die Ohren klingen und ich mit einem Dauergrinsen oder auch schaurigem Gruseln überhaupt nicht mehr die Stop-Taste drücken mag.
Er verleiht jeder Figur im Roman, mit einer ganz auf diesen Charakter zugeschnittenen Stimme, eine unverwechselbare Persönlichkeit. Wirklich grandios!
Ich bin mir sicher, dass mir das gedruckte Buch auch sehr gut gefallen hätte. Genauso überzeugt bin ich aber auch, dass es erst durch Dirk Bach zum Rundum-Wohlfühl-Erlebnis für mich wurde.

Meine Lese- bzw. Hörempfehlung:
 Viele verbinden Walter Moers mit dem TV-Käpt’n Blaubär. Ja, der stammt von ihm und auch diese Figur mag ich. Aber alles was ich bisher von ihm gelesen habe (Die Stadt der träumenden Bücher, Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär und Rumo)  fällt nicht in die Kategorie Kinderbuch. Vor allem bei Rumo geht es sehr blutrünstig und niemals zimperlich zu. Das ist nichts für Kinder und auch nichts für zartbesaitete Leser. Zu letzteren gehöre ich eigentlich auch, aber im Genre Fantasy macht mir das ganze Blutvergießen nur wenig bis überhaupt nichts aus.

 Auch Dirk Bach mochte ich schon immer (vor allem als Lukas aus der TV-Serie). Es soll Menschen geben, die jetzt nicht so viel mit ihm anfangen können. Lassen Sie mich sagen, dass Sie hier einen ganz anderen Dirk Bach erleben, als den, den sie aus dem Dschungelcamp oder den Comedy-Sendungen kennen. 

Das Genre “humorvolle Fantasy“ muss einem allerdings sympathisch sein, wenn man dieses Buch genießen will. Walter Moers hat unzählige abgedrehte Ideen, die er, mit Hilfe seines Sprechers Dirk Bach, dem Hörer mit einer solchen Sprachgewalt um die Ohren haut, dass einem hin und wieder schwindelig werden kann. 

Wer jetzt sagt: „Na gut – damit komme ich klar“, dem kann ich nur empfehlen, sich das Hörbuch zu besorgen, sich ein gemütliches Plätzchen zu suchen und mit Rumo auf die große Suche nach dem silbernen Faden zu gehen. 
Viel Spaß beim Hören!

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Danke, Streuner, für diese wunderbare Rezension. Wer jetzt Lust auf Rumo und sein Heimatland Zamonien bekommen hat, darf hier lauschen und dort hinschauen. Ich habe diesem HÖR-ERLEBNIS-BUCH übrigens schon längst gelauscht. Falls da draussen jemand im Besitz des legendären “Vergiss-mich-Pulvers” ist, bitte ich um sofortige Lieferung. Ich würde es nämlich wahnsinnig gerne nochmals zum ersten Mal hören.

Holundermond von Jutta Wilke

Wir freuen uns sehr, dass Gastrezensentin Nina mal wieder literarisch für Elfbox unterwegs war. Und es sieht so aus, als wäre Jutta Wilke’s Erstlingsroman “Holundermond” ganz nach ihrem Geschmack gewesen. Vorhang auf für die Eindrücke von Nina:

Klappentext: „Wie verwunschen wirkt das alte Kloster im sanften Licht des Mondes.

Doch Nele ahnt, dass hinter seinen dicken Mauern ein Geheimnis lauert, das eng mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters verknüpft ist.“

Die Trennung ihrer Eltern kommt für Nele völlig unerwartet und trifft sie wie ein Schlag, Bestürzt nimmt sie zur Kenntnis, dass Jan, ihr Vater, ausziehen will. Hinzu kommt, dass er nicht wie versprochen seine Ferien mit ihr verbringt, sondern ganz dringend für einen wichtigen Arbeitsauftrag nach Wien reisen muss. Nele will dies nicht akzeptieren und entscheidet kurz entschlossen, versteckt in Jan’s Auto mitzureisen.

In Wien angekommen, werden die beiden herzlich empfangen von Vivian und Flavio, zwei Bekannten von Jan, und schnell fühlt sich Nele wohl in der neuen Umgebung. Es stellt sich heraus, dass ihr Vater, tätig als Historiker, die mysteriösen Diebstähle wertvoller Kirchenreliquien im Kloster Mauerbach untersuchen soll. Doch plötzlich nehmen die Dinge ihren Lauf und Nele ahnt, dass ihr Vater einem gefährlichen Geheimnis auf der Spur ist. Als dieser nach einem Treffen mit seinem Arbeitskollegen spurlos verschwindet, macht sie sich gemeinsam mit Flavio auf die Suche nach ihm und daran das grosse Geheimnis um die gestohlenen Gegenstände zu lüften.

Fazit: Das Erstlingswerk der Kinderautorin Jutta Wilke liest sich flüssig und in einer angenehmen Sprache. Die Ereignisse überschlagen sich und der Leser folgt dem Verlauf der Geschichte mit grosser Spannung. Interessante historische Details werden eingeflochten und die Geschichte bleibt bis zum Schluss nicht vorhersehbar. Spannung pur, vor allem für Teenager, aber auch für Erwachsene.

Für weitere Informationen zu “Holundermond” geht es hier lang.

Ascheherz von Nina Blazon, gelesen von Nina Petri

Elfbox freut sich ganz besonders über die Gastrezension von Nina. Sie ist eine dieser ganz besonderen Bücherjunkies, mit denen sich die Elfe regelmässig im realen Leben trifft. Und wo gehen die beiden wohl hin? Na? Ins Nasobem natürlich; und anschliessend ins Bücherbrocky. Jeweils in Begleitung der wunderbaren ganz persönlichen bibliophilen Buchhändlerin. Wahre Highlights sind diese Nachmittage!

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Ascheherz erzählt die Geschichte von Summer, die nach einem Unfall mit einem Gedächtnisverlust aufwacht und nicht mehr weiss wer oder was sie ist. Erschwerend hinzu kommt, dass Summer schlimme Alpträume quälen, in denen sie regelmässig einem Mann begegnet mit schwarzen Handschuhen und einem Schwert, welchen sie den Blutmann nennt und der sie umbringen will.

Summer ist ständig auf der Flucht und wechselt ihre Identitäten. Zurzeit lebt sie als Schauspielerin in einem Theater. Als sie glaubt dort, unter den Zuschauern den Blutmann entdeckt zu haben, spürt sie, dass es höchste Zeit ist weiter zu ziehen. Unverhoffte Unterstützung erhält sie von Anzej, der am Morgen ihrer Flucht plötzlich in ihrem Zimmer steht. Dank ihm gelingt ihr die Flucht. Während ihrer Reise Richtung Nordland, erinnert sich Summer Stück für Stück an Ereignisse aus ihrer Vergangenheit.

Bald schon erkennt sie, dass sie eine Zorya ist und den Menschen den Todeskuss bringt. Die Gewissheit eine Verräterin zu sein, trifft sie wie ein Schlag, als sie sich zurück erinnert, wie sie einen Mann vor dem Todeskuss bewahrt hatte. Sie hat aus Liebe gehandelt, ein Verlangen, welches für eine Zorya eigentlich fremd ist und für das sie nun mit ihrem Leben bezahlen muss.

Nina Blazon gelingt es eine Welt zu erschaffen, die überzeugt und aussergewöhnlich ist. Mit ihrer bildhaften Sprache fällt es dem Leser leicht in die Welt einzutauchen. Anfangs ist die Geschichte zwar sehr langatmig, doch wer sich davon nicht abhalten lässt, wird mit dem Fortschreiten der Geschichte belohnt. Die langsam wiederkehrende Erinnerung von Summer hält die Spannung aufrecht und allmählich fügen sich die Puzzleteile zusammen. Das Ende überrascht durchaus und es klärt sich alles auf. Die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod gelingt der Autorin sehr gut. Die Protagonistin Summer überzeugt mit ihrem authentischen Charakter ebenso, wie die restlichen Figuren, die Nina Blazon erschaffen hat.

Ich danke der wunderbaren Bücherelfe, für die ich dieses Hörbuch als Gastrezensentin hören durfte.

Für weitere Infos inkl. Hörprobe geht es hier lang.