Roter Faden gesucht!

„Ein überwältigender Abenteuerroman, voller Gefahren. Mut und todesverachtender Handlungen“ verspricht Elizabeth Gilbert auf dem hinteren Klappentext dieses Romans. Der Klappentext, das kurze Reinblättern und diese Aussage haben meine Erwartungen in ziemliche Höhen geschraubt.

Der Biologe Anders Eckman verschwindet im brasilianischen Regenwald. Nach Aussage seiner Forscherkollegin, Dr. Swenson, soll er tot sein. Aber was genau ist passiert? Marina Sing, Dr. Swenson ehemalige Studentin, erhält von ihrem Vorgesetzten und heimlichen Geliebten den Auftrag sich auf die Suche nach Dr. Swenson zu machen. Seit über zwei Jahren hat Dr. Swenson sich nicht mehr bei ihrem Auftraggeber gemeldet, hat aber das überwiesene Geld immer abgehoben. Sie erforscht angeblich die bis ins hohe Alter andauernde Fruchtbarkeit der Lakaschi-Frauen.

Wie eingangs erwähnt, waren meine Erwartungen an diesen Roman recht hoch. Leider wurden sie nicht erfüllt. Die Autorin hatte wohl einfach zu viel in diese 380 Seiten packen wollen. Die einzelnen Figuren blieben mir fremd und der rote Faden wollte sich einfach nicht zeigen. Kaum hat das Kopfkino anfangen zu laufen, wurde die Spule auch schon wieder gebremst weil die Autorin zu einer anderen Person oder einem anderen Thema hüpfte. Mehr als einmal habe ich mich darüber geärgert. Positiv zu erwähnen ist allerdings die bildhafte Sprache der Autorin. Deswegen werde ich sie auf jeden Fall im Auge behalten und ihr bei einem nächsten Roman wieder eine Chance geben.

Fazit: Nichts für mich. 

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Unterwegs mit einem der ganz grossen Schauspieler unserer Zeit

Sean Penn ist einer der ganz grossen Schauspieler der Gegenwart. Wo er mitwirkt, kommt in der Regel Meisterhaftes auf die Leinwand. Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich an seine brillante Darstellung des Matthew Poncelet in  ”Dead man Walking” denke. Zeit also, diesem Künstler mit einer Biografie auf den Pelz zu rücken.

Gut geschriebene Biografien sind eine interessante Sache. Genau so verhält es sich mit dieser. Die Art, wie Richard T. Kelly beim Verfassen dieses Buchs vorgegangen ist, scheint sehr unkonventionell und ich war skeptisch, ob sie mich zu packen vermag. Anstelle aus Recherchen das Leben Sean Penns‘ von Anfang bis heute aufs Papier zu bringen, besteht diese Biografie aus einer Aneinanderreihung von Aussagen, die Penn‘s Weggefährten und der Schauspieler selber gemacht hatten. Unter dem Titel „Besetzungsliste“ erfahren wir gleich auf den Seiten 7 bis 15 (!)  wer alles zu Wort kommen wird. Von A wie Woody Allen bis W wie Robin Wright werden sie zitiert. Und wer sich nun vorstellt, dass die ganze Sache furchtbar langweilig und zäh zu lesen ist, liegt mehr als daneben. Ich für meinen Teil habe das Buch innert zwei Tagen weggelesen. Und das ohne mich auch nur ein einziges Mal zu langweilen. Interessant sind auch die insgesamt 45 Schwarzweiss-Fotografien, die Sean Penn‘s Werdegang dokumentieren. Insgesamt eine ganz runde Sache, die Richard T. Kelly hier vorlegt.

Fazit: Wer Biografien mag und auch nur im entferntesten interessiert an Sean Penn‘s Werdegang ist, wird  an diesem Buch seine wahre Freude haben.

Für weitere Infos zu dieser Biografie geht es hier lang.

Begeisterung pur!

“Von dem, was uns fehlt, genesen wir nie, wir arrangieren uns, erzählen uns andere Wahrheiten. Wir leben mit uns selbst und mit der Sehnsucht nach Leben, wie alte Leute.”

Gemma blickt zurück. Ein Anruf aus Sarajevo löst eine Reise in die Vergangenheit aus. Zusammen mit ihrem pubertierenden und nervtötenden Sohn, Pietro, begibt sie sich auf die Spuren ihrer Jugendliebe.

Sie lernt Diego während der olympischen -Winterspiele 1984 kennen. Gemma ist verlobt aber dass sie für Diego ihren Ehemann verlassen wird, steht da noch in den Sternen. Aber zu spät; Amor‘s Pfeil hat die beiden mitten ins Herz getroffen. Gemma und Diego werden unzertrennlich.

“Da stand er nun, der Trottel, mit seinen hervorstehenden Augen und dem zu großen Lächeln, das ihm die mageren Wangen zerriss. Wohin wird mich dieser Wahnsinnige bringen? In welche Hölle? In welches Paradies?”

Eine Weile sind sie sich selbst genug und führen ein einfaches Leben in Rom. Beruflich stellen sich bei beiden erste Erfolge ein. Aber irgendwann genügt das nicht mehr und sie wünschen sich ein Kind. Die Erkenntnis, das Gemma unfruchtbar ist, bringt das Paar  ins Trudeln.  Ein Adoptionsversuch in der Ukraine scheitert und Gemma und Diego reisen nach Sarajevo; dorthin wo alles begann. Während die Bomben fallen, kommt 1992 der so sehnlichst erwartete Sohn Pietro zur Welt. Gemma flieht mit dem Neugeborenen, nicht wissend, dass sie Diego niemals wiedersehen wird.

Mit „Das schönste Wort der Welt“ ist Margaret Mazzantini ein bittersüsser, energiegeladener und nicht zuletzt überraschender Roman gelungen. Da hat für einmal die wunderbare Gestaltung – das aussergewöhnliche Cover hat mich schon in der Buchhandlung angesprungen –  nicht zu viel versprochen.  Mein Fazit ist ganz einfach: Unbedingt lesen!

Für weitere Infos zu dieser aussergewöhnlichen Geschichte geht es hier lang.  

Berggorillas – Eine Hommage

Stundenlang kann man drin blättern; in diesem gewichtigen Bildband über die Welt der Berggorillas im ostafrikanischen Bergregenwald. Abgesehen von historischen Zitaten in deutscher, französischer und englischer Sprache lässt der Basler Zoologe Jörg Hess hier einfach die Fotografien sprechen. Für einen kleinen aber feinen Vorgeschmack auf das, was zwischen diesen Buchdeckeln steckt, geht es hier lang  . Wer diese Bilder sieht, wird erkennen, warum diese Geschöpfe schützenswert sind. Nach dem Lesen oder – besser formuliert – bewundern dieses aussergewöhnlichen Werks habe ich nicht wirklich viele Worte übrig. In meinem Haushalt erhält es auf jeden Fall einen dauerhaften Platz.

Verlegt wurde “Berggorillas – Eine Hommage” vom Basler Echtzeit-Verlag. Notabene ein Verlag, der noch vieles mehr zu bieten hat.  

das Ende einer sechzig Jahre dauernden Schreibblockade

Mit seinem Erstlingsroman „Nenn es Schlaf“ hatte Henry Roth im Jahr 1934 grossen Erfolg Er beschreibt die Kindheit von einem Sohn jüdisch-galizischer Immigranten der armen New Yorker East Side. Es soll unverkennbar autobiografische Züge tragen. Das Buch gehört heute zu den Klassikern der amerikanischen Literatur. Eine scheinbar echte Lücke in meiner bisherigen Lesekarriere. Sie wird auf jeden Fall noch geschlossen werden. Nach „Nenn es Schlaf“ folgten sage und schreibe sechzig Jahre Schreibblockade. Wohl der Alptraum aller Schriftsteller. Erst mit über achzig fliessen wieder Geschichten aus seiner Feder. „Ein Amerikaner“ stammt aus seinem Nachlass. Es wurde posthum von einem Redakteur des New Yorker bearbeitet und veröffentlicht.

Auch Roth‘s Alter Ego, der leidlich erfolgreiche Schriftsteller, Ira Stigman, leidet in „der Amerikaner“ unter einer Schreibblockade. Er lässt sich von seiner Freundin, Edith, selber eine Dichterin, aushalten. Er hofft, die richtige Umgebung könnte die Worte wieder fliessen lassen und begibt sich in die Künstlerkolonie „Yaddo“. Dort trifft er die Pianistin, „M“ hinter der sich wohl Muriel Parker, Roth‘s zweite Ehefrau verbirgt. Edith endgültig verlassen kann er nur mit einem heftigen Schnitt. Mit dem Ziel, Drehbuchschreiber zu werden, reist er nach New York. Ganz neue Seiten des Lebens lernt er kennen: Armut. Es sind die späten dreissiger Jahre. Im vorliegenden Buch geht es um eine ganz grosse Liebe einerseits und um Versagensängste andererseits.

„Ira meinte, über ein gewisses Prisma zu verfügen, das einfarbiges Licht in ein betörendes Spektrum brechen konnte„.

Die Geschichte liest sich nicht flüssig und ich bin etwas unschlüssig, ob sie mir als ganzes gefällt. Fakt ist, dass einzelne Kapitel begeistern. So zum Beispiel die Begegnung mit „M“ und die Trennung von Edith.

„Hast du überhaupt nur die allerkleinste Ahnung davon, was für einen grauenvollen Fehler du machst?“

Fazit: Etwas unschlüssig schwanke ich zwischen Begeisterung und Verwirrung. Wie dem auch sei,, “Nenn es Schlaf” steht jetzt weit oben auf meiner Wunschliste. 

Für weitere Infos zu diesem Titel geht es hier lang.

Welttag des Buches und wir sind dabei

Eine feine Sache, die sich die Initiative der Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und zwanzig deutsche Verlage da ausgedacht haben. Zum „Welttag des Buches“ am 23. April werden in Deutschland eine Million (!)  Bücher verschenkt. 33’333 Lesebegeisterte verschenken jeweils dreissig Bücher. Und weil die Bücherelfe grenznah wohnt, wird die Aktion kurzerhand auch im Raum Basel Freude bereiten.  Freude und Alpträume, denn wer schon mal einen Titel aus Jo Nesbø’s Reihe rund um Harry Hole gelesen hat, weiss dass die Lektüre schlaflose Nächte bereiten kann. Vielleicht sollte ich zum Buch gleich ein Fläschchen Baldrian dazulegen……..

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+++Criminale-News+++

Die SOKO Elfbox war im ermittlungstechnischen Einsatz und deckt heute das größte Geheimnis der Criminale 2012 auf….. Der Count-Down zum größten deutschsprachigen Krimifestival, der Criminale 2012 im Hochsauerlandkreis, läuft unerbittlich. Mit Spannung werden die weit über 200 Autoren erwartet, die mit kriminellen Geschichten den HSK vom 25. Bis zum 29. April in Atem halten werden. Aber das ist längst nicht alles: Mit einer echten Weltpremiere, wartet das Festival in diesem Jahr auf, denn: Die Criminale rockt und präsentiert die wahrscheinlich einzige und erste Krimiautoren Band der Welt, deren Mitglieder und deren musikalische Proben unter die höchste Geheimhaltungsstufe fallen. Bis heute. Wir waren bei der „Geheimprobe“ in der Fredeburger Akademie dabei und lüften heute das Geheimnis um die Band „Hands up! And the shooting Stars“. Vom Buchcover zur Coverband – wer hätte das gedacht? Nicht nur kriminelle Energie, sondern auch musikalisches Gespür schlummert in den sonst literarisch mordenden Mitgliedern des Syndikats. Das beweisen: Volker Bleeck am Schlagzeug, Oliver Buslau mit Bratsche und Klavier, Peter Demant an Keyboard und Gitarre, Stephan Everling (Gitarre), Gisa Klönne (Gesang) Arnold Küsters (Mharm/ Blueharp), Sandra Lüpkes (Gesang), Heinrich-Stefan Noelke (Bass) und Jörg Schmitt-Kilian (Gitarre und Gesang). Hinter gut verschlossenen Türen probte die Krimi-Band, deren Mitglieder aus vier verschiedenen Bundesländern kommen, ein ganzes Wochenende in Bad Fredeburg. „Die Akademie hat beste Voraussetzungen und wir fühlen uns hier richtig wohl“, freute sich Peter Demant bei der Probe. „The Voice of Germany war gestern, jetzt kommt the Sound of Arnsberg“, freut sich die kriminelle Band, die sogar beim Foto nicht auf Säge und Revolver verzichten wollte. Zu sehen gibt es dieses Criminale Highlight am Donnerstag, 26. April um 22 Uhr in der KulturSchmiede Arnsberg. Integriert wird der Kurzkrimi von Oliver Buslau zur Criminale 2012. Davor und danach rockt die Krimiautoren Band Hands up! and the shooting Stars. Der Eintritt ist frei.

Konkurrenz für die Queen der Tragikkomödie

Vorab: Mit Yoga habe ich nichts am Hut. Vor der Lektüre der Montagsmenschen nicht und auch danach nicht. Das aber hat dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch getan. Mit den Montagsmenschen hat Milena Moser bei mir voll ins Schwarze getroffen. Ihr Schreibstil erinnert mich stark an Marian Keyes, meine ganz persönliche Queen der Tragikkomödie.  Aber erst einmal zum Inhalt: Milena Moser rückt dem Montagskurs der Yoga-Lehrerin, Nevada, zu Leibe. Nevada, vegan, diszipliniert und überzeugt davon, dass sie ihre Schüler und Schülerinnen nur dann optimal betreuen kann, wenn sie selber die Stärke in Person ist, schwächelt. Ihr seit Kindheit gestählter – oder auch geplagter – Körper will einfach nicht mehr.

Nevada und ihre Schülerinnen und Schüler lernen wir nicht nur kennen sondern sie scheinen tatsächlich aus dem Buch zu klettern und sich breit zu machen. Da ist Marie. Ärztin und im wahren (Montagsmenschen-)Leben die zweite Ehefrau eines Soap-Stars auf absteigendem Ast. Sie ist sich nicht mehr sicher, ob Gion wirklich eine gute Wahl war. Ganz abgesehen davon verhält sich seine pubertierende Tochter ganz einfach grässlich. Da ist Poppy, gescheiterte Ehefrau und Mutter zweiter Söhne, die bei ihrem Ex-Mann leben. Scheinbar glasklar eine Rabenmutter. Dass sie beruflich auf einem Abstellgleis steht, macht ihr Leben nicht wirklich runder. Und da ist Ted, Grundschullehrer und Wochenend-Papa, der von der Mutter seiner kleinen Prinzessin mal eben vor die Tatsache gestellt wird, dass sie beruflich ins Ausland geht und ihm gnädigst die Tochter überlässt.

Milena Moser schreibt herrlich unterhaltsam und ist doch nicht einfach nur unterhaltend. Sie kriegt den Kunstgriff hin, dass ihre Protagonisten ans Herz wachsen. Sie kriegt es hin, dass ich langsam lese um bloss nicht das kleinste Fitzelchen zu verpassen. Und sie kriegt es hin, dass Marian Keyes ein klein wenig zur Seite rücken muss um Platz zu machen für eine zweite Queen der Tragikkomödie. In einem Radiointerview hat Milena Moser gesagt, dass eine der Protagonistinnen sie noch nicht losgelassen hat. Dass aus ihr vielleicht eine weitere Geschichte gesponnen wird. Also bitte, spinnen Sie weiter, Milena Moser. Ich warte; nicht geduldig, aber ich warte!

Fazit: Lesen!

Dieser Titel wird von Nagel u & Kimche verlegt. Für nähere Informationen zu „Montagsmenschen“ geht es hier lang  . Das Buch wurde über “Blogg dein Buch” zur Verfügung gestellt. Wer sich die Montagsmenschen auf Amazon anschauen will, findet es hier  Ich persönlich empfehle natürlich immer den Gang in eine Buchhandlung mit Buchhändlerinnen aus Fleisch und Blut.

Tatort Hochsauerlandkreis

Criminale Buchvorstellung von Daniela Köhler

von links : Autoren und Herausgeber Theo Pointner und Kathrin Heinrichs, rechts der Landrat des Hochsauerlandkreises Dr. Karl Schneider.

Noch knapp zwei Wochen- dann wird der Hochsauerlandkreis zum flächendeckenden Tatort und mehr als 250 Krimiautoren werden die Kriminalitätsstatistik des HSK in ungeahnte Höhen schnellen lassen. Aber gottlob nur literarisch. Bereits jetzt wirft das größte deutschsprachige Krimifestival seine mörderischen Schatten voraus. In der Akademie Bad Fredeburg wurden am Montagabend die beiden Bücher, die eigens zur Criminale im HSK erscheinen, der Öffentlichkeit vorgestellt. „Achtzehn namenhafte Krimiautoren sind wie die Heuschrecken über den HSK hergefallen und haben sich ihre Gedanken gemacht“, erklärt Georg Scheuerlein vom „MEK Hochsauerlandkreis“. Mit „Tausend Berge, tausend Abgründe“ liegt nun in Form einer Anthologie das tödliche Ergebnis vor. Kathrin Heinrichs, Theo Pointner, Oliver Buslau und Co. morden sich auf 217 Seitendurch das Sauerland was das Zeug hält. „Showdown in Schmallenberg“, „Der Reiz des Tötens“ oder „Plan E wie Eversberg“ – eine gelungene Sammlung von spannenden Geschichten, mal mit einer ordentlichen Portion Humor, mal bitterböse oder einfach unheimlich warten hier auf die Leser.

Dass sich auf tödlichen Pfaden, gut wandern lässt, davon überzeugen fünfzehn Autoren in dem Buch „Mörderisches vom Rothaarsteig“. Sie schnürten ihre Wanderschuhe, packten den Rucksack und stiefelten von Brilon über Winterberg, Olsberg, Schmallenberg, Kirchhundem bis nach Burbach und präsentieren einen mordsmäßig unterhaltsamen Wanderführer. Denn nicht alle Geister der Vergangenheit sind am Rothaarsteig zur Ruhe gekommen und rechts und links am „Weg der Sinne“ lauern unerwartete Gefahren. Zumindest in den Köpfen der Autoren. Weitere Informationen, sowie alle Veranstaltungen und Lesungen der Criminale 2012 unter : www.die-criminale.de

“Wir können es schaffen, wenn wir rennen” von Shari Goldhagen

Bücher, die mich begeistern, rezensiere ich mit ebensolcher Begeisterung. In Fall von dieser Perle kann ich mir das allerdings sparen. Nina’s Rezension ist derart treffend, dass ich das Feld überlasse.  Vorhang auf für Nina:

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Die beiden Brüder Jack und Connor werden durch den Tod ihrer Eltern mit einem Schlag zu Vollwaisen. Gezwungenermassen übernimmt der ältere Bruder Jack die Verantwortung für seinen zehn Jahre jüngeren Bruder. Mit dieser Aufgabe total überfordert, stürzt er sich in seinen Job als Anwalt und wechselnde Frauengeschichten. Da ist kein Platz für seinen pubertierenden Bruder und all die offenen Fragen und das Gefühlschaos, welches der Lauf des Lebens hinterlässt. Jack scheint ständig auf der Such nach Bestätigung und Anerkennung. Auch seine erste grosse Liebe Mona schafft es nicht trotz ständigem Bemühen und Verständnis, Jack den nötigen Halt zu geben, da dieser gar nicht in der Lage ist dies anzunehmen und Mona stattdessen betrügt und verletzt.

In mehreren Zeitsprüngen lebt und leidet der Leser mit den beiden Brüder mit. Mit der Zeit zeichnet sich ab, dass ausgerechnet Connor, der ruhigere und unsichere der Beiden sein Leben in geordnete Bahnen bringt. Er heiratet und wird Vater, worauf Jack mit grossem Unverständnis reagiert und sich von seinem Bruder distanziert. Erst Jahre später, als Connor krank wird und Jack die Liebe zu Mona definitiv aufs Spiel gesetzt hat, treffen sich die Brüder wieder und sind endlich in der Lage die Liebe und den Halt einer Familie zu erkennen und zu leben.

„Wir können es schaffen, wenn wir rennen“ ist ein Meisterwerk, welches den Leser bis zur letzten Seite fesselt und auch darüber hinaus nicht so schnell wieder loslässt. Shari Goldhagen gelingt es in beeindruckender Art und Weise die Gefühle, Ängste und Unsicherheiten der Protagonisten auszudrücken, so dass ich mitgelitten und gefühlt habe. Die ganze Zeit während dem Lesen begleitete mich eine Traurigkeit und Unverständnis über die Unfähigkeit der beiden Brüder Liebe und Unterstützung annehmen zu können. Ich bin sehr beeindruckt!

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Danke, Nina, für diese Gastrezension! Die Perle “Wir können es schaffen, wenn wir rennen” ist im Bücherbrocky auf mich zugerollt. Nina und ich gehen dort öfters hin. Mit grossen Taschen, sehr grossen Taschen…….