ab 8000 Metern Höhe ist jeder für sich selbst verantwortlich und kaum mehr zurechnungsfähig

„In eisige Höhen – Das Drama am Mount Everest“ von John Krakauer

Eine eiskalte Gemeinschaftsrezension von Bücherelfe und Bri.

Bergsteigen alleine ist schon nicht ganz ohne, doch Extrem-Bergsteigen und das auch noch am Mount Everest ist mehr als gefährlich. Wer sich in dieses Abenteuer stürzt, darf alles sein, nur kein Abenteurer.

Der Autor, Jon Krakauer, erhält von der Zeitschrift „Outside“ den Auftrag, einen Artikel zur Kommerzialisierung des Mount Everest zu schreiben. Aber Krakauer ist nicht nur Journalist sondern er war in der Vergangenheit auch ein leidenschaftlicher Bergsteiger. Und wenn er sich eines Themas annimmt, dann richtig. Also schliesst er sich nach längerer Vorbereitung einer Expedition an – einer Expedition, die in einem einem eiskalten Drama endet. Acht Menschen verlieren ihr Leben. Unter ihnen Scott Fischer  und Rob Hall , beides ganz grosse Fische im kleinen Teich der Extrem-Bergsteiger-Community.

Geführte Touren auf den Mount Everest mit all ihren Begleiterscheinungen – zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Weg nach oben, Banalisierung des Berges und der Gefahr, Vermüllung – stoßen nicht bei allen Profi- und Extrem-Bergsteigern auf Gegenliebe. Auch das Volk der Sherpa befindet sich hier im Zweispalt, ist das Lastentragen für sie doch eine einträgliche Sache, doch andererseits ist der Mount Everest ein heiliger Berg, dessen Name auf tibetisch „Mutter des Universums“ bedeutet, und die Sherpa sind auserkoren die „Mutter des Universums“ zu schützen. Ein Dilemma, das dem Aberglauben Vorschub leistet.

So sind auch die Ereignisse um den 10. Mai 1996 aus der Sicht der Sherpas behaftet von diesem Aberglauben. Atemlos hört man Christian Brückner zu, der die minutiös von Krakauer recherchierten und geschilderten Vorkommnisse und vor allem Versäumnisse des Tages, die in ihrer Summe unweigerlich in einem Drama enden müssen, grandios vor dem inneren Auge des Zuhörers erstehen lässt. Kann man den fatalen Wetterumschwung, den niemand hat voraussehen können, mit unangemessenem Verhalten am Berg erklären? Sicherlich nicht. Eines ist aber klar: 33 Bergsteiger hatten sich an diesem Tag gegen Mitternacht auf den Kräfte zehrenden Weg zum Gipfel begeben. Nicht alle werden ihn zeitig genug erreichen, um den Abstieg heil zu überstehen.

Hörbücher zu rezensieren, ist keine einfache Sache. Während wir beim gedruckten Buch mit Post-Its bewaffnet gleich die entscheidenden Seiten markieren und am Ende diese nochmals ruckzuck hervorholen können, bleibt beim Hörbuch nurmehr die Erinnerung an das was da in unsere Gehörgänge gerauscht ist. Christian -The Voice –  Brückner schafft es extrem gut, die schier unglaublichen Geschehnisse um den 10. Mai 1996 am Mount Everest zu lesen und in unserem Gedächtnis zu verankern. Er spricht so eindringlich und gefühlvoll, dass einem schon beim Zuhören die Kälte entgegenschlägt und die Erschöpfung der Expeditionsteilnehmer am eigenen Leib spürbar wird. Und auch wenn man schon zu Beginn des Hörbuchs weiss, dass am Ende ein Drama steht, hofft und bangt man mit allen Beteiligten mit. Und ganz nebenbei lernen wir einiges zum Thema Extrem-Bergsteigen.

Fazit: Ein Hörbuch, das alles hat, was man sich von einem Hörbuch wünschen kann. Absolute Hörempfehlung!

Hörbuch „In eisige Höhen – das Drama am Mount Everest“ von Jon Krakauer, gelesen von Christian Brückner.. 10 Std. 48 Min (ungekürzt) 6 Std. 23 Min.  Im Download bei Audible erhältlich für 20,95 € oder im Flexi-Abo für 9.95 €. Zur Hörprobe geht es hier lang. 

„Wenn nur mal jemand aufschreiben würde, was hier in einem Jahr so los ist…..“

Bis zur letzten Seite – ja, das Nachwort ist hier inklusive gemeint – hat dieses Buch mich gefesselt. Nicht gefesselt im Sinne von gebannter nervenzerreissender Spannung sondern gefesselt wie ein gut recherchierter Zeitungsbericht oder ein 1a-Dokumentarfilm. Was ja nicht wundert; schliesslich ist „Homicide“ von einem arrivierten Journalisten geschrieben worden.

„Wenn nur mal jemand aufschreiben würde, was hier in einem Jahr so los ist, da könnte ein verdammt gutes Buch draus werden“. Genau das hat David Simon getan und der Mordkommission im us-amerikanischen Baltimore mehr als nur über die Schulter geschaut. Ein ganzes Jahr war er hautnah dabei und hat wie ein Schwamm aufgesogen wie der Alltag dort aussieht.

Das Resultat ist ein Buch ohne Knalleffekt, ohne Höhepunkte, ohne Showdown im Sinne wilder Verfolgungsjagden mit „Cop fängt den bösen Mörder und buchtet ihn ein“-Garantie. Nein, hier wird mit Sorgfalt gearbeitet. Akribisch werden Spuren, so klein sie auch sein mögen, ausgewertet. Unter Druck der Öffentlichkeit, der Vorgesetzten, der Politik.

Die Detectives bekommen beim Lesen irgendwie etwas ganz Persönliches und wirken schon nach kurzer Zeit wie alte Bekannte. Es hat etwas Sorgfältiges, wie sie ihren Job machen. Wobei Job das falsche Wort ist; sie kommen mir schon fast vor wie Uhrmacher, die unbeirrt und mit grosser Kreativität an ihrer Uhr basteln und versuchen, sich von Nebengeräuschen nicht irritieren zu lassen.

„Homcide“ diente als Vorlage für die erfolgreiche Fernsehserie „Homicide: Life on the Street“.

Mit 828 Seiten ist „Homicide“ ein ganz schöner Wälzer. Wer sich deswegen davon abhalten lässt, verpasst viel. Sehr viel. Ich für meinen Teil hätte noch hunderte von Seiten weiterlesen können.

Fazit: Ungeheuer spannend ohne gruselig zu sein. Absolute Leseempfehlung!

Für weitere Infos zu „Homicide“ geht es hier lang. Am 23.2.12 kommt „The Corner“ auf dem Markt. Ich warte schon ungeduldig darauf und bin sehr gespannt, ob meine mit dem vorliegenden Buch sehr hoch geschraubten Erwartungen erfüllt werden können.

Hier geht’s zur Bücher-Adoption!

Da hat mich doch die Bibliophilin glatt auf die Idee gebracht Bücher direkt auf Elfbox zum Tausch anzubieten.  Im Gegenzug wünsche ich mir Bücher  von meiner stetig wachsenden Wunschliste. Dann will ich mal nicht allzu viele Worte verlieren und gleich mal mutig zur Tat schreiten.

 

Bei Interesse schickt mir einfach ein Mail an elfbox@bluewin.ch.




Die Insel. Die Kinder. Das Grauen

Bist du bereit für dieses Abenteuer?

Da hat uns der Pan-Verlag ganz schön heiß gemacht mit dem vielversprechenden Trailer zum Buch. Die Aufmachung des selbigen, sowie die unheimlichen Fotos, waren dann auch für mich Grund genug, mein angestammtes Psycho-Krimi- und Thriller Genre vorübergehend zu verlassen und ich las: Die Insel der besonderen Kinder.

Schon das Buch an sich ist durch Aufmachung und Gestaltung etwas Besonderes und schon allein der Optik wegen eine Bereicherung für jedes Bücherregal. Allerdings zahlt der Leser auch einen Preis dafür und bewundert nicht nur die eindrucksvollen Fotografien ….  sondern riecht sie auch deutlich.

Ransom Riggs schreibt seinen Text in einem wunderbaren Stil, der den Leser zu verzaubern und zu fesseln weiß. Andererseits macht sie auch das innere Auge Dinge sehend, die so schnell nicht mehr loslassen. Seitdem sehe ich ständig die Kinder mit Gasmasken fasziniert auf einen lodernden Himmel schauen ….. ich denke, die Filmrechte dürften auch schon unter Dach und Fach sein. Manche der herauf beschriebenen Szenen, ließen mich zweifeln, ob „Jugendbuch“ in Ordnung ist.

Mit fortschreitender Geschichte, wurde es mir mit der fantastischen Literatur allerdings etwas zu bunt und zu fantastisch (Sorry. liebe Fantasy-Fans).  Besonders zum Ende empfand ich das ansonsten so gelungene Debüt als eine Mischung aus vielem (und vor allem bekannten)….. ein bisschen Inselabenteuer, ein bisschen Lovestory, ein bisschen Harry Potter und die Monster könnten geradewegs einem Steven King Roman entsprungen sein. Die Schlusssequenz zieht sich fast endlos – ich hab sie letztendlich nur noch quergelesen – um dann zu einem offenen Ende zu gelangen – Fortsetzung ist natürlich schon in Planung!

Fazit: Der Genre-Ausflug hat sich durchaus gelohnt. Nette Idee, nettes Buch. Für fünf Sterne und den Gedanken „ich muss unbedingt die Fortsetzung lesen“ reichte es aber leider nicht.

Für weitere Infos zu diesem Titel geht es hier lang. 

wenn das Monster erscheint; sieben Minuten nach Mitternacht

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Wer meint, Lesen sei eine einsame Sache, irrt gewaltig.  Wir, die Lesen als wahre Leidenschaft betreiben,  tauschen uns aus und tauchen förmlich ab in das Geschehen zwischen den Buchdeckeln. Im besten Fall endet dieses gemeinschaftliche Lesen in einer ebensolchen Besprechung. Wie die vorliegende, in der thursday und ich uns mit „sieben Minuten nach Mitternacht“ beschäftigt haben.

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Sieben Minuten nach Mitternacht, wacht Conor aus einem Albtraum auf. Um ihm aus seinem ganz persönlichen Albtraum in der Realität herauszuhelfen, braucht es ein Monster.
 Es erscheint.

Wir sind lange um dieses Buch mit fragendem Blick herumgeschlichen. Sollen wir das wirklich lesen? Denn was hochgejubelt wird – und dieses Buch hat beim Lovelybooks-Leserkompass 2011 immerhin den 2. Preis bei der Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“ gewonnen – reizt uns in der Regel nicht. Aber dass Patrick Ness richtig gut schreiben kann, wissen wir;  Immerhin hat thursday die Teile eins und zwei seiner New World-Trilogie mit Begeisterung gelesen. Die Elfe hinkt noch etwas hinterher und hat Teil zwei und drei noch vor sich. Für manche, die schon alle gelesen haben, ein beneidenswerter Zustand…..

Aber jetzt zu „sieben Minuten nach Mitternacht“:

Die Geschichte baut auf dem Plot der 2007 an Krebs verstorbenen Siobhan Dowd, auf. Ness lernte diese nie persönlich kennen, schätzte ihre Bücher aber sehr.

„Ich hatte damals das Gefühl – und habe es bis heute -, als sei mir ein Staffelstab in die Hand gedrückt worden, als habe eine einzigartige Schriftstellerin mir ihre Geschichte mit den Worten übergeben:
 „Jetzt bist du dran. Lauf los. Stifte Unruhe“. Genau das hat „Sieben Minuten nach Mitternacht“ bei Bücherelfe und thursday getan!

Der Roman erschüttert. Kratzt an den Tabuthemen Krebs und Tod. 
Zerrt die Sprachlosigkeit, die entsteht und auf alle Beteiligten übergreift, wenn jemand davon betroffen ist, schmerzhaft ans Licht und zeigt auf, wie 
durch eben dieses Verschweigen das Leid noch viel unsäglicher wird.
 Ness beherrscht die einfache klare Sprache meisterlich und führt gerade damit in Abgründe. Er zeigt auch auf, wie entscheidend es ist, dass bei einer solchen Katastrophe eine Person den „Fels in der Brandung-Part“  übernimmt und die Übersicht behält. In Conor’s Geschichte hat die Grossmutter diese Funktion inne. Mit scheinbarer Gleichmut hilft sie Conor letztendlich das Schreckliche zu ertragen.

„Du und ich, Conor“, sagte sie, „wir passen nicht besonders gut zusammen, oder?“. „Nein“, sagte Conor. „Ich glaube nicht.“  „Ich auch nicht.“ Sie bog so schnell um eine Kurve, dass Conor sich am Türgriff festklammern musste, um aufrecht sitzen zu bleiben. „Aber wir werden es lernen müssen, weisst du“, sagte sie. Conor schluckte. „Ich weiss“. Ein Schluchzen brach aus ihr heraus. „Ja, nicht wahr?“, sagte sie. „Natürlich weisst du das“.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist brutal, schonungslos obwohl oder gerade weil das instinktive Gefühl des Lesers mit Sätzen,  die zwischen den Zeilen stehen, direkt angesprochen wird.

Ein großes Lob an Jim Kay, den Illustrator , der mit seinen sensiblen, aus- und eindrucksvollen schwarzweißen Monsterzeichnungen das Beklemmende zauberisch skizzierte.

Ob gerade die Zielgruppe, Jugendliche,  damit klarkommt . Wir können es nicht beurteilen.
 Uns hat das Buch gebeutelt, durch den Wolf gedreht und nicht losgelassen. Extrem schmerzvolles Lesen, welches den Kopf auch während der Nichtlesezeit mit der ganzen sich auftuenden Gefühlspalette beschäftigt hielt, war das Ergebnis.

Am Ende wird Ness mit diesem Satz das gesamte Buch einfangen: „Wenn du die Wahrheit aussprichst,“ flüsterte das Monster ihm ins Ohr, „wirst du allem ins Auge blicken können, egal was passiert“.

Alleine lassen sollte man sein Kind mit diesem Buch nicht!  Für ein Kind, das aktuell mit einer solchen traumatischen Situation konfrontiert ist, könnte es hilfreich sein. 
Vielleicht. Einmal gelesen wird man es jedenfalls nie mehr aus dem Kopf schaffen können. 
Und das ist gut so!

Fazit: 5 Sterne, Strike Mr. Ness! 

Für weitere Infos inkl. Leseprobe zu diesem Titel geht es hier lang.

Zwei an einem Tag von David Nicholls

Einmal mehr hatte hier Christine Westermann eine Perle in meine Richtung geschickt. Und einmal mehr muss ich ihr recht geben.

Dexter und Emma lernen sich am Ende des Studiums kennen. Emma selber sieht sich eher als Mauerblümchen während Dexter ein Womanizer ist wie er im Buche steht. Er ist ungemein attraktiv, er ist cool und zu allem Übel ist er sich all dessen bewusst. Jedes weibliche Wesen, das nicht bis drei auf den Bäumen ist, nimmt er mit. Und genauso schnell, wie er sie verführt hat, genauso schnell wendet er sich schon der Nächsten zu. Emma weiss, dass eine Affäre mit Dexter ihr das Herz brechen würde. Deshalb lässt sie die Finger davon und die beiden werden beste Freunde; echte beste Freunde. Zwanzig Jahre gehen ins Land und jeweils am 15. Juli, dem Jahrestag des Kennenlernens, werden wir Zeuge davon, wo Dexter im Leben steht und was bei Emma passiert. Mir als Leserin ist sehr schnell klar, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Dass sie ständig aneinander vorbeilaufen, treibt mich mehr als einmal an den Rand der Verzweiflung. „Jetzt macht doch endlich“, möchte ich die beiden anschreien. Aber es hilft nichts; da muss ich durch. Ob sie sich am Ende finden? Lest selber.

„Zwei an einem Tag“ ist eine der besten Liebesgeschichten, die mir bisher unter die Augen gekommen ist. Witzig, betörend und poetisch. Sowohl Emma als auch Dexter haben sich auf ihre ganz eigene Art in mein Herz geschlichen und ich habe die beiden am Ende des Buches nur sehr ungern verlassen. Bei aller Beweihräucherung muss ich aber doch eines kritisieren: Die Kurve zu einem stimmigen Ende hat David Nichols meiner Meinung nach nicht gekriegt. Aber weil alles davor so umwerfend geschrieben war, sei ihm das verziehen. Dieses Buch war mein erstes, aber ganz bestimmt nicht mein letztes Buch von David Nichols.

Diese wunderbare Geschichte wurde inzwischen sehr gelungen verfilmt. Da bleibt es nicht aus, dass Kein & Aber die Gunst der Stunde nutzt und mit einer kleinformatigen Sonderausgabe aufwartet. Und was für eine! Fast 800 Seiten in Dünndruck, gebunden in leuchtend orangefarbenes Leinen. Dass auch an ein Lesebändchen gedacht wurde, ist ein kleines aber feines Detail.  Wer noch nicht im Kino war – unbedingt nachholen (!) – kann auf dem dezenten Umschlag dieser Sonderausgabe einen Blick auf die Darsteller von Em und Dex – Anne Hathaway und Jim Sturgess – werfen. Optisch ein wahres Juwel für das Bücherregal.

Es soll ja Leserinnen und Leser geben, die es grundsätzlich ablehnen, Verfilmungen von geliebten Büchern anzuschauen. Ich gehöre nicht dazu und gebe diesen – nicht immer aber immer öfter –  eine Chance. Bei „Zwei an einem Tag“ hat sich das gelohnt.

Fazit: Danke, Herr Nicholls. Danke, Frau Westermann!

Für weitere Infos zur Sonderausgabe von „Zwei an einem Tag“ geht es hier lang.

Wem dieser Titel gefällt, den könnte auch „Elf Leben“ von Mark Watson begeistern.

Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand von Natasha Solomons

Jack Rosenblum hat klare Vorstellungen von Integration. Als er mit seiner Frau, Sarah, und der gemeinsamen Tochter,  Elisabeth, kurz vor dem zweiten Weltkrieg nach London emigriert, ist sein Ziel klar: Er will durch und durch Engländer werden; und weil Jack Rosenblum der Inbegriff von Akribie ist, listet er nach und nach auf, wie die Engländer denn so ticken. Das Tüpfelchen auf dem englischen i ist die Mitgliedschaft in einem Golfclub, das wird ihm bald klar. Und das scheint ein unüberwindliches Hindernis zu sein. Da kann Jack Rosenblum beruflich noch so erfolgreich und in seinem Verhalten noch so englisch sein; kein Golfclub will ihn aufnehmen. Also plant er den Coup seines Lebens: Er will einen eigenen Golfplatz bauen und seinen eigenen Club gründen. Und so schleppt er seine Sarah – Elisabeth ist längst flügge – in die englische Pampa. Das Abenteuer Golfplatz beginnt.

„Als er einschlief, sah er sich selbst, wie er einen Ball abschlug und ihn weit in den Himmel schickte, wo er zu einer Sternschnuppe wurde und in der schwarzen Nacht verschwand.“

Aber das englische Dorf hat nicht auf die Rosenblums gewartet und der Anschluss an die Dorfgemeinschaft läuft harzig. Jack Rosenblum wird nicht nur belächelt sondern auch heftig – Sachbeschädigung inklusive – gemobbt. Aber er kämpft weiter, befreit das Land eigenhändig von Unkraut und gräbt Löcher in denen dereinst der erlauchten Mitglieder Golfbälle landen sollen. Und wenn er nicht gestorben ist, gräbt er noch heute. Warum die Inhaltsbeschreibung hier endet? Weil ich nicht weitergelesen habe. Auf Seite 157 (von 381) habe ich Mr. Rosenblum und seinen Golfplatz zur Seite gelegt. Bei aller Sympathie, die ich für seinen Lebenstraum hege, ging mir dieses „und ich bau diesen Golfplatz und ich grabe Löcher und ich grabe nochmals Löcher und nochmals und – yeah – heute stecke ich das Fähnchen neben das erste Loch…“ irgendwann entsetzlich auf die Nerven. Wer weiss, vielleicht hätte ich einfach nur eine Durststrecke überwinden müssen und wäre im letzten Drittel dann mit einer Überraschung belohnt worden. Aber irgendwie hat die Durststrecke von Seite 1 bis 157 mich wohl einfach zu durstig werden lassen. Darum ein „leider nein“ zu Mr. Rosenblum und seinem Golfplatz.

Fazit: Optisch ein Schmuckstück für jedes Bücherregal, von der Idee her absolut rührend. Aber zwischen den Buchdeckeln gähnend langweilig; schade

Für weitere Infos zu Mr. Rosenblum und seinem – gähn – Golfplatz  geht es hier lang. 

ein Hoffnungspflänzchen bahnt sich einen Weg ans Licht

Da das  “vergiss-was-du-gelesen-hast-Pulver“ noch immer nicht auf dem Markt ist, bleibt es wohl dabei, dass ich die von Suzanne Collins geschaffene Trilogie rund um Katniss Everdeen nicht nochmals zum ersten Mal lesen kann; auch nicht hören. Denn auch  die Hörbücher haben den Weg in die elfschen Gehörgänge schon längst überwunden. Aber dieser Filmtrailer lässt durchaus ein neues Hoffnungspflänzchen aufkeimen.

Filmstart in der Schweiz und in Deutschland ist am 22. März 2012. Möge die Zeit schnell vorübergehen….. 

Elfbox weiß, was Du diesen Sommer getan hast…..

Da staunt Ihr, was? Aber wisst Ihr auch, was WIR diesen Sommer getan haben?  Nein… das ganz sicher nicht. Also will ich es Euch gerne erzählen…. macht es Euch gemütlich und lauschet meiner Geschichte der sonderbaren Ereignisse die sich an einem kühlen Sommertag des Jahres 2011 zutrugen…..

Anfang Juli…. irgendwo in Deutschland….

…. manchmal braucht es Jahre, ehe ein Wunsch in Erfüllung geht.
Seit rund 18 Monaten ist der Elfboxblog am Start und noch einiges länger kennen sich die Bücherelfe und Icebox.
Viel haben wir in dieser Zeit erlebt, gelesen und geschrieben… aber….. Wir haben uns noch nie “in echt “ gesehen. Die erfolgreiche Schweizer- Deutsche Co-Produktion ist ein rein virtuelles Produkt, verfasst von Menschen, die sich niemals zuvor gesehen haben und nicht einmal real miteinander sprachen. Bücherelfe und Icebox ist quasi eine reine “Buchstabenfreundschaft”.
Und genau das, haben wir diesen Sommer mal gründlich geändert!

Der Entschluss ist schnell gefasst, der Rest ist reine Organisation. Spontan haut’s das Elfenwesen vor Begeisterung vom Stuhl im Schuldenturm. So viele Jahre einer virtuell-literarisch menschlich geprägten Freundschaft sollen nun endlich greifbar werden. Elfbox zusammen Live und in Farbe. Elfbox zum Anfassen quasi. Es soll zusammenfinden, was schon so lang zusammengehört. Zwei Wochen später bin ich unterwegs.

Icebox goes Switzerland!

Eine Reise ins Ungewisse beginnt… aber wenigstens ist das Wetter schön. Die Sonne scheint je weiter wir nach Süden kommen. Die Droschke schnurrt die über 500 Kilometer vom Icy- ins Elfenland wie am Schnürchen. Ein Treffpunkt ist schnell per Mail und Anruf ausgemacht. Und da bei unserer Ankunft (der Icebox- Gemahl durfte mit) alle Bücherläden in Basel bereits geschlossen haben, soll es in ein Restaurant gehen. Ein Telefonat. Das erste lebendige Zeichen. Sie hört sich sehr nett an, auch wenn ich mich in diesem Moment noch frage, was zum Kuckuck ein “Natel” ist….

Im französischen St. Louis, direkt an der Grenze zu Basel, wird die Droschke geparkt, wir beziehen schnell unser Quartier und dann geht’s auch schon husch husch über die Grenze ins Elfenland.

PKW vs. Tram
Der vereinbarte Treffpunkt liegt nur etwa 4 Kilometer entfernt.
„Na, da fahren wir doch mal eben schnell hin…“ denken wir…
Und in diesem Moment begehen wir einen verhängnisvollen Fehler…..
Wir fahren mit dem Auto!

Basel ist eine wirklich herrliche Stadt mit einem ganz besonderen Ambiente und einem umwerfendem Charme. Wenn Ihr einmal die Gelegenheit habt, dann schaut Euch Basel an!  Aber sollte ich jemals in diese Stadt ziehen und müsste ich dort meinen Lebensunterhalt verdienen, dann…. ja …. dann würde ich ohne Zweifel Fabrikantin für Parkverbotsschilder! Innerhalb kürzester Zeit hätte ich dort sicher ein Vermögen verdient. Dreißig Minuten und einen verzweifelten Anruf später  (gepriesen sei das Natel!) geben wir es auf und fahren zurück zum französischen Hotel, um die Droschke dort abzustellen.
Der nächste Weg führt geradewegs an die Tram- Station und so kommen wir nach einer ruckelig- huckeligen und knapp 10 – minütigen Fahrt mit Basels wohl legendärstem Fortbewegungsmittel, im Herzen der Stadt an.  Ein kurzer suchender Blick an der Haltestelle und wir erkennen uns sofort, auch wenn wir uns noch nie gesehen haben. Den Peter Pan hat die Elfe gleich mitgebracht. Nein. Er trägt kein grünes Hütchen und die Elfe hat auch keine spitzen Ohren. Irgendwie sind wir alle herrlich normal….

Cordonbleu mit E- Reader…..

….Wir verbrachten einen wunderbaren Abend in einem netten Restaurant bei einem netten Essen und noch netteren Gesprächen mit einem herrlich verständlichem Schwitzerduetsch. Während ich ohne Buch und somit eigentlich für dieses Treffen recht nackelig erschien, so hatte ich an diesem Abend noch eine besondere Begegnung.  Mein erster Kontakt mit einem E-Reader, welcher aus der elfschen Handtasche hervor kam. Ein faszinierendes Gerät. Und auch wenn eine ganze Bibliothek hineinpasst, so ist er noch immer leicht zu tragen……  wenn auch für Icebox keine echte Alternative zum klassischen Buch. Dem Abendessen schloss sich ein wunderbarer Spaziergang durch die Stadt an und die Bücherelfe zeigte mir ihre Welt – ihre Stadt.

Fotoshooting – da müsst ihr jetzt durch!

Und Erinnerungsfotos für die Nachwelt wurden natürlich auch gemacht, damit auch ihr mal wisst, wer hinter Elfbox steckt.
So. Da habt ihr den Salat.

links die Elfe / rechts die Icebox

Obwohl die Zeit schon weit fortgeschritten war, standen wir viel zu schnell wieder an einer dieser Tram-Stationen.

Es war ein kurzes aber intensives Treffen, von dem ich viele positive Eindrücke mitgenommen habe. Eine wunderbare Zeit – seien es auch nur ein paar Stunden gewesen, die viel zu schnell vorüber waren. Und natürlich schreit es nach Wiederholung ….ob im Elfen- oder Iceboxland, wer weiß das schon….

Und es spielt eigentlich auch keine Rolle. Kilometerlange Distanzen sind heute im Nu überbrückbar und Elfbox ist sowieso grenzenlos…….