zwei Kinder halten durch

Die alleinerziehende Mutter von Oskar und Lilli wird stationär in die Psychiatrie eingewiesen. Oskar ist sieben Jahre und Lilli neun Jahre alt. Die Fürsorge trennt die Geschwister und bringt sie Pflegefamilien unter, die unterschiedlicher nicht sein können.

Monika Helfer lässt die tapferen Kinder ihren neuen Alltag abwechselnd in Ich-Form erzählen. In kurzen knappen und schmerzlich emotionslosen Sätzen beschreiben Oskar und Lilli, wie ihr Leben nun aussieht. Es mutet traurig an, dass Oskar seine Pflegeeltern nur die Lehrers nennt. Eine echte Beziehung scheint nicht zu entstehen. Ausser zur der pflegebedürftigen Oma, die denn auch mit Namen – Oma Erika – genannt wird. Zu ihr, die innerhalb der Familie genauso einsam ist wie Oskar, wird rasch ein Band geknüpft.

Lilli hat es ein wenig besser getroffen. Ihre Pflegemutter Rut, bemüht sich sehr um sie. Nichts desto trotz hat Lilli schrecklich Sehnsucht nach ihrem kleinen Bruder. Halt versucht sie bei ihrem täglichen Gebet zur Muttergottes zu finden.

Die Geschichte um Oskar und Lilli hat eine leise Traurigkeit, die stellenweise fast in Hoffnungslosigkeit abgleitet. Niemand scheint so recht zu wissen, wohin diese schwierige Reise geht und ob es überhaupt irgendwann und irgendwo ein Ankommen geben wird.

„Bitte, Muttergottes, mach, dass es dich gibt.“

Als Oma Erika stirbt und Oskar als ihren Alleinerben einsetzt, gibt es einen Lichtblick. Oskar holt seine Lilli ab und zusammen mit dem Lastwagenfahrer Bruno fahren sie in eine Zukunft, die ungewiss und doch so viel besser sein wird, wie all das, was bisher war.

Fazit: Eine traurige Geschichte mit einem etwas unbefriedigenden Ende. Ich hätte gerne gewusst, ob Oskar, Lilli und Bruno, der Lastwagenfahrer, am Ende der Reise ihr Glück finden werden.

Für weitere Infos zu diesem Titel geht es hier lang: 

von widerspenstigen Nachbarn und falschen Lottozahlen….

Wenn das keine gute Nachricht ist! Bei Kein & Aber gibt’s neu auch eBooks.

Also ich und mein eReader reiben sich jetzt schon die Hände. Wobei die gedruckten Werke von Kein & Aber meistens richtig gut ausschauen. Aber eBooks sind bekanntlich platzsparender als ihre Brüder und Schwestern aus Papier. Wie auch immer, solange unsere Nachbarn ihre Wohnung nicht freiwillig – und kostenneutral (!) – uns und unseren Büchern überlassen, sind eBooks eine prima Alternative. Sollte das mit den Nachbarn und/oder der Lottomillion mit darauf zwangsläufig folgenden Privatbibliothek  inklusive Kamin und Bärenfell wider Erwarten doch noch klappen, kann ich all die eBooks ja immer noch in gedruckter Form anschaffen….. 

ein Glas Wasser bitte!

Wer dieses Buch liest und danach noch unbefangen seinem Hausarzt entgegentritt, muss eine dicke Haut haben, eine sehr dicke Haut, eine geradezu elefantös dicke Haut. Denn wer weiss schon, was gerade durch des Weisskittel‘s Gehirnwindungen rauscht, worüber er nachdenkt und welche Bilder in seinem Kopfkino abgespult werden, wenn er unseren Symptomschilderungen lauscht und uns genauer anschaut. ….?

Aber erst einmal zum Inhalt: Der Hausarzt, Marc Schlosser, hat sich wegen eines ärztlichen Kunstfehlers vor der Ärztekammer zu verantworten. Ob er im vorliegenden Fall tatsächlich einen Fehler begangen hat oder ob doch mehr hinter dem Tod seines verstorbenen Patienten, dem berühmten Schauspieler, Ralph Meier, steckt, darum geht es in diesem Buch. Letzteres ist relativ rasch beantwortet. Was davon zu halten ist, dafür muss die Geschichte bis zum bitteren Ende gelesen werden. Und so manche Stelle ist nicht nur bitter sondern abbgrundtief grauslig. Mehr als einmal haben sich die beiden Buchdeckel beim Lesen fast von selbst zugeklappt weil ich ganz dringend mal eines Schlucks Wasser oder ein wenig frischer Luft  bedurfte. Herman Koch scheint eine recht morbide Fantasie zu haben und ich hatte stellenweise  das Gefühl, dass es ihm  riesig Spass macht, seine Leserschaft mit ekligen Beschreibungen zu triezen.

Stilistisch ist es recht schwer einzuordnen, das Sommerhaus mit Swimmingpool; vielleicht irgendwo zwischen Krimi und Familiendrama. Aber wer braucht schon Etiketten, wenn ein Buch so gut unterhält wie dieses. Dass der Autor es schafft, dass man dieses Buch bis zur allerletzten Seite lesen will, obwohl der Protagonist ein ekelhaft unsymphatischer Zyniker ist, halte ich für einen echten Kunstgriff. Dass man an seiner Seite bleibt, weil man unbedingt wissen will, warum er sich so verhalten hat, wie er es denn tat, ist wohl das, was man landläufig Spannung nennt.

Zuletzt will ich mal nicht unerwähnt lassen, dass der Tipp zu „Sommerhaus mit Swimmingpool“ wieder mal von Christine Westermann kam. Sollten meine Bücherregale dereinst zusammenbrechen und  ein mittleres Erdbeben auslösen, ist die gute Frau Westermann auf jeden Fall ein klein wenig mitschuldig….

Fazit: Grauslig, spannend und bitterböse.

Dieser Titel wird von Kiepenheuer & Witsch verlegt. Für nähere Informationen zum Sommerhaus mit Swimmingpool geht es hier lang. Das Buch wurde über “Blogg dein Buch” zur Verfügung gestellt. Wer sich das Sommerhaus auf Amazon anschauen will, findet es hier. Ich persönlich empfehle natürlich immer den Gang in eine Buchhandlung mit Buchhändlern aus Fleisch und Blut.

ein missglücktes Experiment

Lesen ist eine wunderbare Sache. Allerdings auch ganz schön zeitraubend. Wer kann schon einen richtigen Wälzer in einem Rutsch weglesen?  Irgendwann muss jeder mal an die Luft.  Aber da gibt es eine Lösung: Das Hörbuch, wohlverstanden die ungekürzte Variante. Also Buch weglegen,  rein mit den Ohrstöpseln und einfach der Geschichte weiter lauschen. Abwechslung soll das Leben bunt machen. Für den Versuch habe ich  das äusserst vielversprechende “die Seelen der Nacht”  gewählt. Vermeintlich ein echter Leckerbissen.

Einmal und nie wieder.

Das Experiment war ein Reinfall, was allerdings nichts mit der gewählten Geschichte zu tun hat. Ein nahtloser Wechsel zwischen Geschriebenem und Gelauschtem ist für mich auch beim besten Buch nicht vorstellbar. Ich erkläre das Experiment somit als missglückt.

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Aber erst einmal zu “die Seelen der Nacht”

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Man nehme einen Teil Charlaine Harris, ein wenig Joanne K. Rowling, dazu einen grösseren Schuss Stephenie Meyer und eine Prise Anne Rice. Die vielversprechende Mischung rüttle und schüttle man kräftig durcheinander, ziehe das Ergebnis auf 800 Seiten Länge und packe all das in ein ansprechendes Äusseres. So in etwa hatte ich mir das vorgestellt.

Soweit, so gut……

Gleich zu Beginn der Geschichte sieht man es vor sich, das Objekt der Begierde; das magische in Leder gebundene und mit einem Bann belegte Manuskript. Es wird das Leben der Protagonistin, Diana, verändern und die Leserschaft des Buches beschäftigen; lange beschäftigen. Ganz bewusst habe ich das Wort „beschäftigen“ gewählt. Denn in Atem gehalten, haben mich die Geschehnisse zwischen diesen Buchdeckeln nicht. Vorab bemerkt: Ich hatte grosse Erwartungen an „die Seelen der Nacht“. Der Einstieg in die Geschichte fühlt sich angenehm gemächlich an. Erst einmal ankommen, in der Welt dieser verschiedenen Wesen, die sich so selbstverständlich unter Menschen bewegen. Die Vorgeschichte von Diana scheint recht interessant zu sein, ist sie doch der hochintelligente Spross einer alten Hexen-Dynastie und verdient ihre Brötchen ganz bürgerlich als Historikerin. Dass sie magische Fähigkeiten hat, weiss sie,; nutzen will sie diese Gabe aber nicht. Das klingt doch schon mal sehr sympathisch. Die Sympathie verfliegt leider bald; sehr bald.

Vorhang auf für Matthew, 1500 Jahre alter Vampir, fantastisch schön, fantastisch allwissend, fantastisch, fantastisch. Kaum hat Amor seinen Pfeil auf Diana Bishop‘s helles Köpfchen abgeschossen, scheinen ihre Hirnzellen zu schrumpfen. Von da an stellt sie ihr Licht unter den Scheffel und hat nur eins im Sinn: Matthew hier, Matthew da.

Das magische Manuskript weckt Begehrlichkeiten in den verschiedenen magischen Volksgruppen und so bleibt es nicht aus, dass Diana in Gefahr gerät. Spannung liegt in der Luft. Leider verfängt sich die Autorin in langatmigen Beschreibungen und Wiederholungen. Weder Inhalt noch Schreibstil haben mich zu fesseln vermocht. Eintauchen in die von Deborah Harkness geschaffene Welt war mir nicht möglich und ich habe angesichts der insgesamt 800 Seiten in der Hälfte aufgegeben. Das Lesen – und Lauschen –  hat mich schlicht und einfach gelangweilt.

Fazit: Nichts für mich.

Für weitere Infos zum Buch geht es  hier lang.

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Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness

Hörbuch „Die Seelen der Nacht” von Deborah Harkness, gelesen von Dana Geissler.  27 Std. 53 Min. (ungekürzt). Im Download bei Audible erhältlich für 20,95 € oder im Flexi-Abo für 9.95 €. Zur Hörprobe geht es hier lang.  

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schwergewichtig und wunderschön

David Mazzucchelli‘s „Asterios Polyp“ ist nicht nur äusserlich ein echter Brocken. Die Geschichte, die sich darin verbirgt ist ganz schön gewichtig. Protagonist dieser aussergewöhnlich gezeichneten Graphic Novel ist der hochangesehene New Yorker Architekt namens Asterios Polyp. Dass seine Entwürfe nie gebaut werden, ist nicht wirklich von Belang. Als ein Egomane wie er im Buche steht, trieft er im Kontakt mit anderen Menschen förmlich vor Herablassung; bis ganz unvermittelt der Blitz einschlägt…..

„und jetzt steht Asterios im Regen und beobachtet, wie sein Zuhause abbrennt…..“

Was bleibt einem intellektuellen Grosskotz, wenn ihm der Teppich unter den Füssen weggezogen wird und er sich im freien Fall bewegt? Asterios kauft sich mit seinem letzten Geld eine Fahrkarte. Wohin ist ihm völlig egal und so landet er letztendlich in der Provinz wo er unerkannt ein ganz einfaches Leben beginnt. Ein Leben das ihm ganz neue Erfahrungen bringt und ihm eine Ahnung davon verschafft, worauf es im Leben vielleicht wirklich ankommen könnte. In einem gekonnten Mix von Bildern, Farben und Text in wechselnden Schriften entwickelt die Geschichte rund um Asterios Polyp einen ganz eigenartigen Sog, der nicht mehr loslässt. Ein Buch, das in allen Punkten überzeugt und mit dem der Eichborn-Verlag einmal mehr zeigt, wie man schöne Bücher macht.

Fazit: Ein wahres Kunstwerk, das sich einen dauerhaften Platz in meinem Bücherregal erobert hat.

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Spannung und Poesie zwischen zwei Buchdeckeln

Ja, ich lese sie, die Empfehlungen auf der Website meiner Lieblingsbuchhandlung. Inspiriert davon habe ich doch gleich zugegriffen, als auf der Tauschbörse Exsila „eine fast perfekte Affäre“ im Angebot war.

Sechs Jahre dauert die Affäre zwischen dem angesehenen Richter, Juan Manuel Rementeria und Amalia Griffin, Ehefrau eines reichen Geschäftsmannes. Bis der Richter Amalia erschiesst. Der einzige Zeuge kann seine Beobachtungen nicht melden weil ansonsten auffliegen würde, dass er war, wo er niemals hätte sein dürfen.

Spannung und Poesie gleichermassen; das sind die Fäden, aus dem diese Geschichte gewoben ist. Das vorliegende Buch ist der zweite Roman der Chilenin Elizabeth Subercaseaux. Der erste „eine Woche im Oktober“ steht bereits auf meinem Wunschzettel.

Fazit: Elizabeth Subercaseaux steht künftig auf dem elfschen Radarschirm.

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Ganz unten – für einmal ganz ohne Günter Wallraff

Florence Aubenas ist Reporterin mit Leidenschaft. In dieser Funktion war sie schon in vielen Krisengebieten unterwegs. Für das vorliegende Buch hat sie sich in ihrem Heimatland Frankreich in ein ganz anderes kritisches Gebiet vorgewagt. Für sechs Monate schlüpfte sie in die Haut einer ungelernten Arbeitslosen. Nach einer Odyssee in Arbeitsämtern und unsinnig verordneten Fortbildungen landete sie letztendlich im Reinigungsgewerbe. Sie gibt uns einen Einblick , wie es sein könnte; dieses Leben ganz unten. Immer in Hetze von einem mies bezahlten Auftrag zum nächsten; ein paar Stunden da, ein paar dort, viele davon unbezahlt weil die zeitlichen Vorgaben der Auftraggeber einfach ein schlechter Witz ist. Sie lernt Menschen kennen, für die dieses Leben ihr täglich Brot ist und deren Existenzängste sie förmlich in Sklavendienste zwingen. Trotzdem ist der Bericht von Aubenas nicht einfach nur düster und frustriert; nein, er ist auch unterhaltsam und der da und dort aufblitzende Galgenhumor nimmt der ganzen Sache die Schärfe.

Fazit: Mit „Putze – mein Leben im Dreck“ steht Florence Aubenas ihrem männlichen Pendant, Günter Wallraff, der 1983 als Türke Ali unterwegs war und mit seinem Buch „ganz unten“ Misstände im deutschen Gastarbeitermilieu aufdeckte, in nichts nach. Absolut lesenswert.

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ab 8000 Metern Höhe ist jeder für sich selbst verantwortlich und kaum mehr zurechnungsfähig

“In eisige Höhen – Das Drama am Mount Everest” von John Krakauer

Eine eiskalte Gemeinschaftsrezension von Bücherelfe und Bri.

Bergsteigen alleine ist schon nicht ganz ohne, doch Extrem-Bergsteigen und das auch noch am Mount Everest ist mehr als gefährlich. Wer sich in dieses Abenteuer stürzt, darf alles sein, nur kein Abenteurer.

Der Autor, Jon Krakauer, erhält von der Zeitschrift „Outside“ den Auftrag, einen Artikel zur Kommerzialisierung des Mount Everest zu schreiben. Aber Krakauer ist nicht nur Journalist sondern er war in der Vergangenheit auch ein leidenschaftlicher Bergsteiger. Und wenn er sich eines Themas annimmt, dann richtig. Also schliesst er sich nach längerer Vorbereitung einer Expedition an – einer Expedition, die in einem einem eiskalten Drama endet. Acht Menschen verlieren ihr Leben. Unter ihnen Scott Fischer  und Rob Hall , beides ganz grosse Fische im kleinen Teich der Extrem-Bergsteiger-Community.

Geführte Touren auf den Mount Everest mit all ihren Begleiterscheinungen – zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Weg nach oben, Banalisierung des Berges und der Gefahr, Vermüllung – stoßen nicht bei allen Profi- und Extrem-Bergsteigern auf Gegenliebe. Auch das Volk der Sherpa befindet sich hier im Zweispalt, ist das Lastentragen für sie doch eine einträgliche Sache, doch andererseits ist der Mount Everest ein heiliger Berg, dessen Name auf tibetisch “Mutter des Universums” bedeutet, und die Sherpa sind auserkoren die “Mutter des Universums” zu schützen. Ein Dilemma, das dem Aberglauben Vorschub leistet.

So sind auch die Ereignisse um den 10. Mai 1996 aus der Sicht der Sherpas behaftet von diesem Aberglauben. Atemlos hört man Christian Brückner zu, der die minutiös von Krakauer recherchierten und geschilderten Vorkommnisse und vor allem Versäumnisse des Tages, die in ihrer Summe unweigerlich in einem Drama enden müssen, grandios vor dem inneren Auge des Zuhörers erstehen lässt. Kann man den fatalen Wetterumschwung, den niemand hat voraussehen können, mit unangemessenem Verhalten am Berg erklären? Sicherlich nicht. Eines ist aber klar: 33 Bergsteiger hatten sich an diesem Tag gegen Mitternacht auf den Kräfte zehrenden Weg zum Gipfel begeben. Nicht alle werden ihn zeitig genug erreichen, um den Abstieg heil zu überstehen.

Hörbücher zu rezensieren, ist keine einfache Sache. Während wir beim gedruckten Buch mit Post-Its bewaffnet gleich die entscheidenden Seiten markieren und am Ende diese nochmals ruckzuck hervorholen können, bleibt beim Hörbuch nurmehr die Erinnerung an das was da in unsere Gehörgänge gerauscht ist. Christian -The Voice –  Brückner schafft es extrem gut, die schier unglaublichen Geschehnisse um den 10. Mai 1996 am Mount Everest zu lesen und in unserem Gedächtnis zu verankern. Er spricht so eindringlich und gefühlvoll, dass einem schon beim Zuhören die Kälte entgegenschlägt und die Erschöpfung der Expeditionsteilnehmer am eigenen Leib spürbar wird. Und auch wenn man schon zu Beginn des Hörbuchs weiss, dass am Ende ein Drama steht, hofft und bangt man mit allen Beteiligten mit. Und ganz nebenbei lernen wir einiges zum Thema Extrem-Bergsteigen.

Fazit: Ein Hörbuch, das alles hat, was man sich von einem Hörbuch wünschen kann. Absolute Hörempfehlung!

Hörbuch „In eisige Höhen – das Drama am Mount Everest” von Jon Krakauer, gelesen von Christian Brückner.. 10 Std. 48 Min (ungekürzt) 6 Std. 23 Min.  Im Download bei Audible erhältlich für 20,95 € oder im Flexi-Abo für 9.95 €. Zur Hörprobe geht es hier lang. 

“Wenn nur mal jemand aufschreiben würde, was hier in einem Jahr so los ist…..”

Bis zur letzten Seite – ja, das Nachwort ist hier inklusive gemeint – hat dieses Buch mich gefesselt. Nicht gefesselt im Sinne von gebannter nervenzerreissender Spannung sondern gefesselt wie ein gut recherchierter Zeitungsbericht oder ein 1a-Dokumentarfilm. Was ja nicht wundert; schliesslich ist „Homicide“ von einem arrivierten Journalisten geschrieben worden.

“Wenn nur mal jemand aufschreiben würde, was hier in einem Jahr so los ist, da könnte ein verdammt gutes Buch draus werden”. Genau das hat David Simon getan und der Mordkommission im us-amerikanischen Baltimore mehr als nur über die Schulter geschaut. Ein ganzes Jahr war er hautnah dabei und hat wie ein Schwamm aufgesogen wie der Alltag dort aussieht.

Das Resultat ist ein Buch ohne Knalleffekt, ohne Höhepunkte, ohne Showdown im Sinne wilder Verfolgungsjagden mit “Cop fängt den bösen Mörder und buchtet ihn ein”-Garantie. Nein, hier wird mit Sorgfalt gearbeitet. Akribisch werden Spuren, so klein sie auch sein mögen, ausgewertet. Unter Druck der Öffentlichkeit, der Vorgesetzten, der Politik.

Die Detectives bekommen beim Lesen irgendwie etwas ganz Persönliches und wirken schon nach kurzer Zeit wie alte Bekannte. Es hat etwas Sorgfältiges, wie sie ihren Job machen. Wobei Job das falsche Wort ist; sie kommen mir schon fast vor wie Uhrmacher, die unbeirrt und mit grosser Kreativität an ihrer Uhr basteln und versuchen, sich von Nebengeräuschen nicht irritieren zu lassen.

„Homcide“ diente als Vorlage für die erfolgreiche Fernsehserie „Homicide: Life on the Street“.

Mit 828 Seiten ist „Homicide“ ein ganz schöner Wälzer. Wer sich deswegen davon abhalten lässt, verpasst viel. Sehr viel. Ich für meinen Teil hätte noch hunderte von Seiten weiterlesen können.

Fazit: Ungeheuer spannend ohne gruselig zu sein. Absolute Leseempfehlung!

Für weitere Infos zu “Homicide” geht es hier lang. Am 23.2.12 kommt „The Corner“ auf dem Markt. Ich warte schon ungeduldig darauf und bin sehr gespannt, ob meine mit dem vorliegenden Buch sehr hoch geschraubten Erwartungen erfüllt werden können.

Hier geht’s zur Bücher-Adoption!

Da hat mich doch die Bibliophilin glatt auf die Idee gebracht Bücher direkt auf Elfbox zum Tausch anzubieten.  Im Gegenzug wünsche ich mir Bücher  von meiner stetig wachsenden Wunschliste. Dann will ich mal nicht allzu viele Worte verlieren und gleich mal mutig zur Tat schreiten.

 

Bei Interesse schickt mir einfach ein Mail an elfbox@bluewin.ch.